Corona-Pandemie

„Kommt Berufsverbot gleich“: Hildesheimer Friseurbetriebe in Sorge vor 2Gplus

Hildesheim - Von Mittwoch gilt im Landkreis Hildesheim 2Gplus. Bereits bei 2G spürten Friseurbetriebe einen Rückgang an Kundschaft – und sorgen sich nun generell um ihre Zukunft.

Bereits mit der 2-G-Regelung bemerkte Obermeisterin Carina Leichner in ihrem Salon in der Hildesheimer Goschenstraße einen Rückgang der Kundschaft. Mit 2Gplus befürchtet sie weitere Einbußen. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Friseurbetriebe in Existenznot: Die Friseur-Innung der Kreishandwerkerschaft Hildesheim-Alfeld schlägt Alarm. Die verschärften Corona-Regeln machten dem Handwerk zu schaffen – und die Aussicht auf 2Gplus bringt das Fass zum Überlaufen.

„Das kommt einem Berufsverbot der Salons gleich“, sagt Obermeisterin Carina Leichner aus Hildesheim. „Infektionsherde sind woanders zu finden, nicht in den Friseur- und Kosmetiksalons.“ Deshalb fordert sie die Landesregierung dazu auf, „mit Augenmaß und Vernunft“ zu verfahren.

Mittwoch beginnt 2Gplus in Hildesheimer Friseursalons

Die Einführung von 2Gplus für den Landkreis Hildesheim kann Leichner vorerst nicht mehr verhindern. Denn die niedersächsische Hospitalisierungsrate liegt am Montag den fünften Werktag in Folge bei über 6,0, die Inzidenz übersteigt ebenfalls seit längerem die Kennzahl 100. Deshalb gilt ab Mittwoch die Warnstufe 2 aus der Corona-Verordnung des Landes – und damit flächendeckend 2Gplus für öffentliche Bereiche.



Wer einen neuen Haarschnitt möchte, muss dann neben einem Geimpften- oder Genesenen-Ausweis auch einen aktuellen Negativtest vorweisen. Die Friseur-Innung Hildesheim fordert vom Land einen anderen Umgang mit Friseurbetrieben in der Pandemie. In Hessen, so heißt es in einer Pressemitteilung, zählt das Friseurhandwerk zur Grundversorgung der Bevölkerung – hier gilt 3G. Selbiges gilt für Bayern.

Kunden und Kundinnen gehen wegen Corona nicht zum Haareschneiden

Bereits mit der Ankündigung, dass nur noch Genesene und Geimpfte zum Haareschneiden dürfen, ist Leichner zufolge die Kundschaft weniger geworden. Sie betreibt den Salon Carina Frisuren in der Goschenstraße. „Die Menschen sind verunsichert und bleiben dem Haareschneiden fern.“

Die Friseur-Innung befürchtet zudem, dass Kunden und Kundinnen nicht auf den Friseurbesuch verzichten, bis sich die Corona-Lage entspannt – sondern vielmehr in „unseriöse und nicht pandemie-gerechte Etablissements“ abwandern. Ohne Hygienekonzept, ohne Nachvollziehbarkeit.

Rücklagen der Friseurläden seien aufgebraucht

„Friseurinnen und Friseure arbeiten seit März 2020 unter erschwerten Bedingungen“, sagt Leichner. „Die Friseurbetriebe haben ihre Rücklagen in den 16 Wochen Corona-Lockdown aufgebraucht und haben sich noch lange nicht von dieser schweren Zeit erholt.“

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