Hildesheim - Der kleine Traktor ist ziemlich begehrt. Die große Spülmaschine auch. Und die Aufschnitt-Maschine erst! Die ganzen alten Holzschränke will dagegen keiner haben – obwohl sie vielleicht schon für einen Euro zu haben sind.
In Hildesheim läuft derzeit eine außergewöhnliche Versteigerung: Die Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen hat sich entschlossen, ihr Schulungsgebäude an der Borsigstraße zu verkaufen – und auch schon einen Abnehmer gefunden. Zehntausende Lehrlinge verschiedenster Berufe haben hier in den vergangenen Jahrzehnten gebüffelt und geackert. Haben geschraubt, Stromkreise verbunden, Essen gekocht, Fleisch zerlegt – und offenbar auch mal E-Gitarre gespielt.
Fleischerei, Straßenbau, Kfz
Doch inzwischen stehen die schmucken neuen Hallen des Berufsbildungszentrums wenige Schritte entfernt am Ende der Kruppstraße – und der markante Bau an der Borsigstraße hat ausgedient. Und große Teile des Inventars kommen unter den Hammer.
Die Handwerkskammer hat den Hildesheimer Auktionator Martin Bode damit beauftragt, die Einrichtung an die Meistbietenden zu bringen. Zum Verkauf steht jetzt noch die Ausstattung aus den Gewerken Metall, Straßen- und Tiefbau, Kraftfahrzeugtechnik, Bäckereifachverkauf, Fleischerhandwerk und Kosmetik. 750 Artikel finden sich auf Bodes Homepage, in den meisten Fällen können noch knapp zwei Wochen lang Gebote abgegeben werden, und zwar ausschließlich via Internet.
Fünfstellige Summen
Zielgruppe dürften dabei einerseits Unternehmen aus den genannten Branchen, aber auch Privatleute sein, möglicherweise auch Vereine auf der Suche nach günstigen Büromöbeln. Auffällig ist, dass gerade die teureren, spezialisierten Maschinen auf einiges Interesse stoßen. „Nicht nur für die Unternehmen sondern auch für die Mitarbeiter und ihre Hobbys eine Fundgrube“, erklärt Bode selbst dazu.
Aktuell wertvollstes Stück aus dieser „Fundgrube“ ist eine Vakuumfüllmaschine. Fünf Gebote gibt es darauf, das höchste liegt bei 13.200 Euro. Ein Hochleistungs-Cutter ist bislang einem Bieter 13.000 Euro wert. Damit liegen die beiden Anlagen mit großem Abstand an der Spitze.
Keiner will Kosmetikstühle
Auch viele weitere größere Maschinen sind vor allem für Fleischereien interessant sein. Ein Fleischwolf, eine Entschwartungs-Maschine, eine Rauchanlage und eine Pökelmaschine etwa. Doch an ihnen ist das Interesse noch überschaubar. Ganz anders als bei einem kleinen Traktor mit Geräten für den Straßenbau. Der ist zwar – bislang – noch nicht so teuer, hat aber bereits 39 Gebote auf sich gezogen.
Und so geht es weiter: Hebebühnen? Da bieten schon einige mit. Kosmetikstühle, Labortische, Oszilloskope? Will bislang niemand haben.
Was im Rahmen dieser Auktion keinen neuen Besitzer und keine neue Besitzerin findet, will die Handwerkskammer am Sonnabend, 31. Juli, von 8 bis 14 Uhr bei einem Flohmarkt auf dem BBZ-Gelände an der Borsigstraße 18-20 feilbieten.
