Tat vom 20. August 2022

Hildesheimer Gullydeckel-Fall: Ermittler haben einen dritten Tatverdächtigen im Visier

Hildesheim/Harsum - Wegen des Verdachts auf versuchten Mord sitzen zwei junge Männer aus dem Kreis Hildesheim weiter in U-Haft. Jetzt erklären die Ermittler: Bei dem Gullydeckel-Wurf auf die A 7 soll noch ein dritter Beschuldigter dabei gewesen sein.

Polizisten sichern am 20. August 2022 nach der Tat auf der Autobahnbrücke Spuren. Foto: Clemens Heidrich

Hildesheim/Harsum - Knapp sechs Wochen nach den zwei Festnahmen im Gullydeckel-Fall sitzen die beiden Beschuldigten weiterhin in Untersuchungshaft – und äußern sich nach wie vor nicht zu den Vorwürfen. Unterdessen hat die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hildesheim, Christina Wotschke, gegenüber der HAZ bestätigt, dass die Ermittler einen dritten Tatverdächtigen im Visier haben. Der 18-jährige Hildesheimer soll in der fraglichen Nacht im Sommer 2022 mit den beiden Inhaftierten am Tatort gewesen sein.

Dritter Beschuldigter nicht in Untersuchungshaft

In einem möglichen kommenden Prozess vor dem Landgericht Hildesheim könnte er deswegen mit auf der Anklagebank sitzen. Er ist, anders als seine mutmaßlichen Komplizen, aber weiter auf freiem Fuß. Die Ermittler gehen nicht von einem dringenden Tatverdacht aus, derzeit steht der Vorwurf der Beihilfe im Raum.

Beifahrerin durch Gullydeckel schwer verletzt

Wie berichtet, sollen die beiden 19 und 21 Jahre alten beschuldigten Männer aus Borsum und Algermissen am 20. August 2022 gegen 3.25 Uhr zwei Gullydeckel von einer Autobahnbrücke bei Harsum geworfen haben – einer der 25 Kilogramm schweren Deckel hatte einen VW Golf aus Baden-Württemberg getroffen und die Windschutzscheibe durchschlagen. Dabei wurden der 52-jährige Fahrer und seine 43-jährige Beifahrerin schwer verletzt. Die Frau schwebte zunächst sogar in Lebensgefahr, später stabilisierte sich ihr Zustand aber.

Nachdem zunächst monatelang ein 50-jähriger Harsumer als einziger Tatverdächtiger gegolten und er auch in Untersuchungshaft gesessen hatte, nahm die Polizei am 12. April die mutmaßlich wahren Täter fest und durchsuchten ihre Wohnungen. Der Vorwurf: versuchter Mord. Die Beamten hatten das Duo vor dem Zugriff schon längere Zeit im Visier und ermittelten auch verdeckt.

Verdeckte Ermittlungen führen zum dritten Verdächtigen

Schließlich ergaben diese Ermittlungen auch Hinweise auf den 18-jährigen Hildesheimer – und zwar am 11. April. Deshalb nahmen die Einsatzkräfte bei den Razzien am Folgetag auch dessen Wohnung in Hildesheim genau unter die Lupe und stellten mögliches Beweismaterial sicher. Dazu zählt auch sein Mobiltelefon – die Auswertung der darauf gespeicherten Daten läuft noch. Ebenso wie die Analyse der weiteren bei den beiden Hauptbeschuldigten sichergestellten Handys. Zudem liegen nach Angaben Christina Wotschkes auch die Ergebnisse der DNA-Analyse noch nicht vor: Das Landeskriminalamt vergleicht Proben der in U-Haft sitzenden Tatverdächtigen mit Spuren, die nach der Tat vom 20. August an einem der Gullydeckel gesichert wurden.

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