Kreis Hildesheim - Ob es im Kreis Hildesheim jemanden gibt, der einen Diesel-Inverter-Generator mit 9,5 kW besitzt und bereit wäre, diesen abzugeben? Diese Frage treibt die Aktiven des Vereins Aktion Tschernobyl Hilfe um. Sie würden dafür auch eine Ablösesumme bezahlen. Das Gerät wird benötigt, um eine Notstation in der Ukraine einzurichten. „Wir haben ein sehr stabiles und großes Zelt gespendet bekommen, das perfekt ist, um es für eine Notstation zu nutzen“, sagt Rita Limmroth, Vorsitzende des Hildesheimer Vereins. Mit Hilfe des Generators hätten Hilfesuchende die Möglichkeit, ihre Smartphones zu laden und sich etwas aufzuwärmen. Denn die Stromversorgung im Land ist weitestgehend lahmgelegt.
Nicht lieferbar
Wie Limmroth berichtet, habe sie bereits zahlreiche Produzenten von Dieselgeneratoren kontaktiert. Doch sie erhielt stets die Information, dass ein entsprechendes Gerät nicht lieferbar sei. „Anfang des Jahres haben wir einen Generator bestellt, der im Februar geliefert werden sollte“, berichtet die Vorsitzende. Nun ist der Liefertermin auf Mai verschoben worden. Limmroths größter Wunsch ist, dass das Gerät schon mit dem Transport am 17. Februar in die Ukraine verladen werden kann. Notfalls mit dem nächsten Lastwagen, denn der Verein schickt regelmäßig Hilfsgüter, sobald die Ladung für einen Sattelzug zusammengekommen ist.
Transport startet am Dienstag
20 kleinere Geräte werden am Dienstag auf jeden Fall auf die Ladefläche gehievt, die hat der Verein bei einem Händler aus dem Ruhrgebiet günstig erstehen können. Was fehlt, ist ein leistungsfähigeres Gerät, das keine Stromschwankungen hat. Benötigt werden ebenfalls Fieber- und Schmerzmittel für Kinder. „Es ist so schrecklich, wenn man ein krankes Kind hat und ihm nicht helfen kann“, sagt Limmroth. Außerdem wird um Gummihandschuhe gebeten, Einweg- oder auch Putzhandschuhe. Denn, wie die Vorsitzende berichtet, müssen zahlreiche Leichen geborgen werden. Dabei versuchen die Helfer, sich selbst so gut es geht vor möglichen Krankheiten zu schützen. Teilweise greifen sie bei der Bergung auf getragene OP-Handschuhe zurück.
Dosenkerzen – Licht und etwas Wärme
Um der Eiseskälte etwas entgegenzusetzen, schmelzen viele Ukrainer an Feuertonnen aus Deutschland gespendete Kerzen. Als Dochte verwenden sie in Streifen geschnittene Pappe. Mit dem Docht kommt das flüssige Wachs in Konservendosen, damit die Wärme der Kerze besser ausstrahlt. Diese Kerzen sind besonders unter den Soldaten sehr gefragt.
Der Verein ist telefonisch unter 0 51 21 / 3 25 16 und per E-Mail unter verein@aktion-tschernobyl-hilfe.de erreichbar. Spenden werden dienstags von 14 bis 18 Uhr auf dem Hof in der Hildesheimer Schützenallee 35–37 entgegengenommen.
