Hildesheim - Der Kehrwiederwall ist zwischen der Lucienvörder Straße und dem Lappenberg ab sofort bis auf Weiteres gesperrt: Ein Kanal, der im Hang daneben verläuft, weist an zwei Stellen Schäden auf. Diese sind so erheblich, dass Abwasser und Regenwasser ausgetreten ist. Die Stadtentwässerung Hildesheim (SEHI) befürchtet nun, bei den nächsten starken Niederschlägen könnte erneut Wasser herauslaufen und den Wall einstürzen lassen. Ein Sachverständiger habe daher geraten, diesen zu sperren, sagte SEHI-Bereichsleiter Michael Ködding der HAZ.
Die Sache hat Folgen für die Wallungen, die an diesem und am nächsten Wochenende in der Gegend geplant sind. Das Kulturereignis finde aber auf jeden Fall statt, sagt Stefan Könneke vom Organisationsteam – es werde zwar räumliche Veränderungen geben, vom Programm falle wohl nichts weg.
Bauhof-Mitarbeiter entdecken Schäden per Zufall
Mitarbeiter des städtischen Bauhofes waren am Dienstag auf dem Kehrwiederwall unterwegs, um Schäden auf dem Weg auszubessern. Dabei bemerkten sie an zwei Böschungsabschnitten mehrere Erhebungen in der Grasnarbe, außerdem war der Boden nass, es gab mehrere Rinnsale. Die Stadt-Bediensteten verständigten die SEHI; diese setzten darauf eine Kamera ein, um den Zustand des etwa 115 Jahren alten Kanals zu erkunden.
Ergebnis: Der Kanal ist in einem Bereich auf einer Länge von etwa 40 Metern aufgeplatzt. Ein anderer, etwa zehn Meter langer Abschnitt weiter westlich ist komplett zerstört. SEHI-Bereichsleiter Michael Ködding führt das auf den starken Regen am vergangenen Wochenende zurück: Durch das viele Wasser sei der Druck gestiegen, das Mauerwerk haben diesem nicht mehr standgehalten. Die SEHi werde die Schäden zunächst provisorisch reparieren, kündigte Ködding an; er schätzt die Kosten allein dafür auf mehrere Hunderttausend Euro. Die eigentliche Sanierung werde dann in die Millionen gehen.
Wallungen-Bühne zieht um – Programm nicht betroffen
Von der Sperrung ist ein etwa 200 Meter langer Abschnitt zwischen dem westlichen Wall-Ende gegenüber dem Café Viva bis zum Abzweig in Richtung Weinberg betroffen, auch der parallel laufende Weg zum Dyes-Graben ist dicht. Die Wallungen-Organisatoren müssen daher die “Gefängnis“-Bühne auf eine Fläche im Ehrlicher-Park verlegen. Vor allem aber ist der Rundweg vom Kehrwiederturm unterbrochen, was eine Umleitung am Kutscher-Haus nötig macht. „Das ist natürlich blöd“, sagt Könneke. Doch die Sache lasse sich nun einmal nicht ändern – er habe das sofort eingesehen, nachdem Ködding ihm die Lage erklärt habe.
