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Hildesheimer Lieferdienste wappnen sich für Bestellflut am Neujahrstag – und verraten, wann die Wartezeiten am kürzesten sind

Hildesheim - An Neujahr fehlt vielen Menschen die Lust zum Kochen. Etliche wollen sich das Essen dann am liebsten nach Hause liefern lassen. Restaurantbetreiber aus Hildesheim verraten, worauf Kundinnen und Kunden achten können, um lange Wartezeiten zu vermeiden.

An Neujahr fehlt vielen Menschen die Lust, selbst zu kochen. Restaurants mit Lieferservice treffen deshalb Vorkehrungen, um der erhöhten Nachfrage gerecht zu werden. Foto: Jens Kalaene/dpa

Hildesheim - Während sich an Weihnachten noch viele Menschen freiwillig über Stunden in die Küche stellen, um Gänse zu braten oder Kartoffeln und Rotkohl zu kochen, fehlt am Neujahrstag etlichen schlichtweg die Lust dazu. Nach einer langen Nacht mit wenig Schlaf ist es besonders reizvoll, auf dem Sofa zu bleiben und sich das Essen nach Hause liefern zu lassen. Die Hildesheimer Gastronomie stellt sich deshalb alljährlich auf eine erhöhte Nachfrage ein.

„Die Erwartung ist groß, dass an Neujahr viel los sein wird“, sagt Naveed Hassan, Geschäftsführer des Burgerrestaurants Beef Guys an der Rathausstraße. Um einem möglichen Ansturm von Bestellungen standhalten zu können, habe er nicht nur mehr Zutaten als üblicherweise eingekauft. „Wir haben auch zwei zusätzliche Fahrer organisiert.“

Ansturm erhofft

Auch in der Küche verstärkt Hassan sein Team. Nachdem die Gastronomie im vergangenen Jahr mitunter schwer zu kämpfen gehabt habe, hoffe er auf einen großen Ansturm im Feiertagsgeschäft. Die Öffnungszeiten von Beef Guys (16 bis 22 Uhr) ändern sich zu Neujahr nicht.

Kundinnen und Kunden warten laut Hassan normalerweise zwischen 20 und 45 Minuten auf ihr Essen. „Es kommt immer darauf an, wie viel los ist“, sagt er. Die besten Chancen auf eine schnelle Lieferung gebe es direkt nach Ladenöffnung, also gegen 16 Uhr, und etwa eine Stunde vor Ladenschluss, also zwischen 21 und 22 Uhr, sagt Hassan weiter.

Ein Team von 18 Leuten

Mit vielen Bestellungen rechnet auch Daniel Herbort. Der Betriebsleiter von Domino’s Pizza West an der Phoenixstraße plant an Neujahr mit einem Team von 18 Leuten – verteilt auf eine Früh- und eine Spätschicht. „Abends sind neun Fahrer gleichzeitig da, in der Frühschicht sind es drei“, sagt Herbort.

Was einer immensen Personalverstärkung entspricht. „An einem normalen Montag kommen wir durchschnittlich mit vier Fahrern aus, an den übrigen Tagen normalerweise mit fünf.“

Verstärkung in der Küche

Der Personalplan basiere auf den Erfahrungen der vergangenen Jahre, sagt Herbort. „Diesen Standort gibt es seit über zehn Jahren und Neujahr ist eigentlich jedes Jahr gleich und daher sehr gut planbar.“

Auch in der Küche sind bei Domino’s am ersten Tag des Jahres mehr Pizzabäcker eingesetzt als üblicherweise. Eine ideale Uhrzeit für eine möglichst schnelle Lieferung gibt es laut Herbort nicht.

So lange warten Kunden auf eine Pizza von Domino’s

Domino’s ist ein Franchise-Unternehmen. Gewollt vom Franchisegeber Domino’s sei eine Lieferzeit von 20 Minuten, sagt Herbort. Und: „Wir sind gut genug aufgestellt, dass ich ganz kühn behaupten würde, dass die Uhrzeit egal ist, was die Lieferzeiten angeht.“

Das könne zwar auch mal schiefgehen, sagt Herbort. Die durchschnittliche Lieferzeit der letzten Wochen habe aber immerhin 26 Minuten betragen.

Das erste Neujahrsgeschäft

Für Yakub Gözgören, Mitinhaber des Dönerladens Unclenephew an der Wollenweberstraße, ist es das erste Neujahrsgeschäft überhaupt. „Wir wurden schon gewarnt“, sagt Gözgören. „Von unseren erfahrenen Fahrern; die haben gesagt, bereitet euch gut vor, und wir so: Alles klar, wir geben Gas.“

Die Dönerspieße seien extragroß, auch zusätzliche Fahrer seien eingeplant, sagt Gözgören. „Außerdem machen wir eine Stunde früher auf.“ Also bereits um 14 statt um 15 Uhr.

Von Anfang an auf Tempo

Die übliche Lieferzeit von Unclenephew beträgt laut Gözgören vierzig bis sechzig Minuten. „Wenn es ruhig ist, kann es auch mal eine halbe Stunde dauern, wenn viel los ist, aber auch mal 80 Minuten.“

Mit den zusätzlichen Fahrern wolle er aber versuchen, die gewohnten Lieferzeiten auch an Neujahr zu garantieren. „Da wir das noch nie erlebt haben, kann ich schwer abschätzen, wie es wirklich wird, aber wir sind auf jeden Fall darauf eingestellt, dass wir von vornherein auf volles Tempo gehen können.“

Wann am besten bestellen?

Yang Tu, Storeleiterin von Sushifreunde an der Scheelenstraße, plant unterdessen mit sechs bis sieben Fahrern und Fahrerinnen. „Normalerweise variiert die Zahl der Fahrer zwischen drei und sechs“, sagt sie.

Die übliche Lieferzeit betrage eine Dreiviertelstunde. „Und normalerweise schaffen wir das auch an Neujahr.“ Wer sein Sushi möglichst schnell bekommen möchte, habe die besten Chancen auf kurze Lieferzeiten am Nachmittag. „Versprechen können wir das aber nicht, und am Ende kommt es auch immer darauf an, wie weit wir fahren müssen.“

An diesen Tagen ist am meisten los

Neben dem Neujahrstag gehören ebenso der Ostermontag und der zweite Weihnachtstag zu den bestellstärksten Tagen, informiert Jens Wrobel, Pressesprecher der Plattform Lieferando. Auch an Tagen von großen Sport-Events wie beispielsweise UEFA-Spielen würden die Deutschen gerne bestellen.

Am 1. Januar stehe „klassisches Comfort-Food“ ganz hoch im Kurs: Cheeseburger, Pommes und Chickenburger. „Ebenso erfreuen sich Gerichte wie Butter Chicken und Pizza Margherita großer Beliebtheit – ein Trend, der sich auch im Landkreis Hildesheim widerspiegelt“, sagt Wrobel.

Von Joscha Röhrkasse und Madlin Trümper

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