Neuer Titel

Hildesheimer Robert-Bosch-Gesamtschule ist nun eine Schule ohne Rassismus

Hildesheim - Bundesweites Netzwerk verleiht Hildesheimer Schule den Titel „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“. Bernd Westphal übernimmt die Patenschaft und verweist auf das Grundgesetz.

Schulleiter René Mounajed (links) zusammen mit der „Schule gegen Rassismus, Schule mit Courage“-AG um Lehrerin Marieke Ludewig. Foto: Johannes Kuhlmann

Hildesheim - Die Robert-Bosch-Gesamtschule (RBG) ist seit Mittwoch offiziell eine „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“. Sie ist damit die fünfte Schule im Landkreis und die Dritte im Stadtgebiet die diesen Titel trägt und eine entsprechende Plakette vorweisen kann.

„Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ ist ein bundesweites Netzwerk von mehr als 3000 Einrichtungen, welches das Ziel hat sich „für die Gleichwertigkeit aller Menschen und gegen jede Form von Diskriminierung“ einzusetzen, wie es auf der Website heißt. 2.000.000 Schülerinnen und Schüler werden so erreicht. Teil des Konzepts ist, dass eine, meist öffentlich bekannte Person, die Schule begleitet.

Bernd Westphal ist Pate

Der Pate des RBG ist Bernd Westphal. Er findet in seiner Rede an die Schülerinnen und Schüler klare Worte: Die Plakette sei eine Aufgabe, „einmischen, nicht weggucken!“ und zitiert bei dieser Gelegenheit gleich das deutsche Grundgesetz. Klar sei für ihn, dass das unabhängig von Nationalität, sexueller Orientierung oder Hautfarbe gelte. „Da steht nicht: Die Würde des Deutschen, sondern die Würde des Menschen“, so der SPD-Politiker. Seine Arbeit hier, erklärt er anschließend, sei eine Fortsetzung von dem, was er im Berlin tue. In den Diskussionen im Bundestag um das neue Einwanderungsgesetz in der vergangene Woche würde viel Irreführendes über arbeitssuchende Migranten erzählt. Da nehme er die Anstrengung gegen Rassismus hier erfrischend mit. „Das ist eine tolle Motivation.“, so Westphal.

Alltagsrassismus ist sehr verbreitet

Stellvertretend für das Kultusministerium spricht außerdem Susanne Umbach und macht in Bezug auf den Titel „Schule ohne Rassismus“ klar: „Das ist man nicht, dass muss man immer wieder werden.“ Sie fasst damit zusammen, was auch mehrere Beiträge immer wieder deutlich machen, dass Alltagsrassismus sehr verbreitet ist und es eine Schule ohne Diskriminierung nicht gebe. Es gehe heute um mehr als die Plakette, es sei vielmehr ein Bekenntnis zu andauernde Arbeit im Thema.

Zu Wort kommt auch die sechsköpfige Arbeitsgruppe um Lehrerin Marieke Ludewig und bringt direkt Ideen und Projektentwürfe mit. Neben Diskussion im Unterricht soll es auch darum gehen eigene unbeabsichtigt diskriminierende Aussagen zu reflektieren. Besonders sollen Erfahrungsberichte von Schülerinnen und Schülern, die selbst Diskriminierung erfahren im Rahmen der Projektarbeit gesammelt werden, um dann im zweiten Schritt Lösungsansätze zu finden. „Man muss das wirklich leben“, ergänzt Schulleiter René Mounajed. An seiner Schule sollen „Ehrlichkeit und Klarheit“ herrschen, und dazu gehöre es Projekte wie diesem im Schulalltag Raum zu bieten.

Titelträger könnten sich vernetzen

Außerdem könnte die AG eine Idee von Susanne Umbach aufgreifen. Sie schlägt vor, dass sich die verschiedenen Schulen mit Courage in Hildesheim vernetzen, Erfahrungen austauschen und untereinander Hilfestellung leisten oder sogar, so ein Vorschlag von Bernd Westphal, ein stadtweiten Aktionstag der Schulen gegen Rassismus organisieren.

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