Rückzugsort während Corona

Hildesheimer suchen Freiheit in Schrebergärten

Hildesheim - Gerade während der Corona-Krise schätzen viele Kleingärtner ihre Parzellen als Rückzugsorte in der Natur. Für die Kinder dienen sie als Spielplatz-Ersatz.

Stefanie und Sascha Stier mit ihrer Tochter Abby und ihrem Sohn Lennard freuen sich gerade in der Corona-Krise über ihren Schrebergarten in der Anlage „Oberer Entenpfuhl“. Foto: Michael Bornemann

Hildesheim - Gerade zu Corona-Zeiten wissen offenbar viele Kleingärtner ihre Parzellen im Grünen zu schätzen. Sie dienen als Rückzugsorte in der Natur und geben ihnen auch ein Stück Freiheit. Außerdem sind die Gärten beliebte Spielplätze für die Kinder.

Rückzugsort für Familien

Wie der Bezirksvorsitzende des Vereins Hildesheimer Gartenfreunde, Hans-Joachim Handelmann, auf Nachfrage dieser Zeitung bestätigte, hielten sich am vergangenen Wochenende vor allem viele Familien mit Kindern in den Gärten auf. Wundern tut ihn das nicht: „Die Leute können ja auch sonst nirgendwo hin.“ Gerade den Kindern sei momentan langweilig, betont Handelmann mit Blick auf die gesperrten Spielplätze in der Stadt. „Und uns Erwachsenen geht es in dieser Krisenzeit ja auch nicht viel besser“, fügt er hinzu.

Wer Kleingärten nutzt, sei schwer nachzuvollziehen

Dass viele Laubenpieper gerade bei gutem Wetter ein Stückchen Freiheit in ihren Gärten genießen, bereitet dem Bezirksvorsitzenden aber auch ein wenig Sorgen. „Ich habe Angst, dass sich jetzt wieder unsere lieben Anschwärzer mit erhobenem Zeigefinger melden“, räumt Handelmann ein. Schließlich sei es schwer nachvollziehbar, ob sich in den einzelnen Gärten auch wirklich nur Familienmitglieder und nicht auch irgendwelche Bekannten aufhalten.

Als Beleg dafür, dass die kleinen Parzellen gerade zu Corona-Zeiten als Rückzugsorte in der Natur immer beliebter werden, dient Handelmann auch eine andere Tatsache. So sei insbesondere bei den Gartenfreunden Bockfeld die Nachfrage nach Gärten immens gestiegen. „Dass die Leerstände in unseren Anlagen abnehmen, freut mich natürlich ganz besonders“, betont der Bezirksvorsitzende.

Hildesheimer Kleingärten fühlen sich sicher

Kleingärtnerin Annemarie Reinecke hat indes nicht unbedingt das Gefühl, dass in den Gärten derzeit mehr los ist als sonst. Sie kümmert sich um ihre Parzelle in der Kleingartenanlage „Vier Linden“ und meint: „Das kann ich nicht bestätigen.“ Im Gegenteil: Es werde kaum noch gegrillt und es sei auch sonst sehr ruhig. Sascha Zimmermann sieht das ähnlich. „Hier ist eigentlich nicht mehr los als sonst und ich selbst bin wie immer bei gutem Wetter in meinem Garten“, sagt er.

Anne Schäfer, die ihre Parzelle erst vor vier Monaten gepachtet hat, stellt für sich allerdings fest: „Ich bin mit meinen Kindern schon öfter hier.“ Schließlich seien die Spielplätze ja überall geschlossen und sie habe im Garten eine Rutsche und eine Schaukel, wo sich die Kinder bewegen könnten.

Horst Kirschbaum gibt an, dass er sich in der Corona-Krise auch nicht länger in seinem Garten aufhalte als sonst. „Ich bin meist nur zwei Stunden hier“, sagt er. Positiv sei es für ihn, dass der Wirt des Vereinsheims momentan an den Wochenenden „Essen to go“ anbietet. „Das nutzen meine Frau und ich regelmäßig.“

Sascha Stier, Pächter eines Kleingartens in der Anlage „Oberer Entenpfuhl“, freut sich sehr, dass er gerade jetzt eine kleine Oase im Grünen für sich und seine Familie hat. „Ich gehe jeden Tag normal arbeiten und so ist es sehr schön, dass meine Frau mit den Kindern bei gutem Wetter jeden Tag hier draußen sein kann“, betont er. Und die Kinder könnten sich hier ein wenig austoben. Ehefrau Stefanie stimmt zu. Sie sei mit ihrer fünfjährigen Tochter Abby und ihrem anderthalb Jahre alten Sohn Lennard momentan fast jeden Tag in ihrem Kleingarten.

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