Seit 2014 geschlossen

Hildesheimer träumen vom Müggelsee - gibt es Hoffnung?

Hildesheim - Die begrenzten Besucherzahlen im Freibad Jo-Wiese wecken bei warmem Sommerwetter den Wunsch, das einstige Freibad Müggelsee möge wieder öffnen.

Das Wasser des Müggelsees lockt, doch eine Wiedereröffnung des Freibades ist nicht in Sicht. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Klares, kühles Wasser, gepflegte Liegewiesen, schattige Bäume: Die Erinnerung an das Freibad Müggelsee wirkt bei hohen Temperaturen umso verlockender, und viele wünschen sich die Wiederbelebung des Badegeländes mit Campingplatz. Gerade jetzt: Vor dem Jo-Bad bilden sich bei sonnigem Wochenend-Wetter lange Schlangen, weil aus Schutz vor einer Corona-Infektion die Besucherzahl begrenzt ist. Und ungesichertes Baden in der Innerste ist keine echte Alternative zu einem Schwimmbad.

Dirk Bettels, Ortsbürgermeister von Stadtmitte-Neustadt und Bewerber um die Oberbürgermeisterkandidatur für die CDU, hat das Thema in einem Internet-Interview aufgegriffen, mit dem er sich den CDU-Mitgliedern vorstellte. Die Stadt müsse sich um eine Wiederbelebung des Müggelseebades bemühen und notfalls die Fläche selbst übernehmen, forderte Bettels.

Das klingt einfacher, als es ist: „Die Stadt Hildesheim würde eine Reaktivierung des Müggelsees als Freibad grundsätzlich begrüßen, ist aber nicht Eigentümer des in Privatbesitz befindlichen Geländes“, teilt Stadt-Pressesprecher Helge Miethe mit. Tatsächlich habe die Stadt schon Gespräche zur Wiederbelebung des Geländes begleitet. „Ein Ankauf seitens der Stadt ist aber nicht vorgesehen.“ Immerhin, so die Mitteilung, verfüge die Stadt ja mit der Jo-Wiese bereits über ein äußerst attraktives Bad: „Die Corona-bedingten Einschränkungen dort sind eine Frage der Zeit“, so der Pressesprecher.

Freibad wurde 2014 geschlossen

Als die früheren Betreiber Gerda und Karl-Heinz Bode, damals 64 und 68 Jahre alt, das Freibad mit angeschlossenem Campingplatz 2014 aus Altersgründen schlossen, versprach das zunächst nur ein vorübergehender Zustand zu werden. Ein neuer Betreiber müsse her, dann würde es wieder weiter gehen, so die Hoffnung. Die Eigentümer hatten bereits 2012 angekündigt, dass sie sich zur Ruhe setzen wollten. Für die Badesaison 2013 machten sie jedoch noch weiter, um in Ruhe einen Käufer für den 29 000 Quadratmeter großen Badesee und das 45 000 Quadratmeter große Gelände zu finden. „Am Müggelsee hängt für uns sehr viel Herzblut. Der neue Eigentümer muss in das Konzept passen“, sagte Karl-Heinz Bode damals.

Doch offenbar stimmten die Vorstellungen der Käufer nie mit denen der Eigentümer überein, obwohl es durchaus Interessenten gab. 2014 blieb das Bad zu und seither mussten die Müggelsee-Fans jede Sommersaison aufs Neue ihre Hoffnungen begraben. „Wir befinden uns in einem laufenden Prozess“, sagte Gerda Bode noch im April 2017, ohne konkretere Auskünfte zu geben. Inzwischen will sich die Eigentümerin überhaupt nicht mehr gegenüber der Zeitung äußern. „Der Betrieb ruht in der Saison 2018“ erklärt eine Anrufbeantworter-Stimme unter der Nummer des Müggelsee-Bades –offenbar seit zwei Jahren unverändert.

Als Stadtbaurätin Andrea Döring im September 2018 im Stadtteil Drispenstedt unterwegs war, gehörte die Wiederinbetriebnahme des Müggelsees zu den Themen, die ihr dort von den Bürgern besonders ans Herz gelegt wurden. Döring stimmte ihnen damals zu, dass die erneute Öffnung wünschenswert wäre. Wer im Tourismus wachsen wolle, brauche auch Angebote für Camper.

3000 Übernachtungen im Jahr

30 Jahre lang, seit 1983, hatten Gerda und Karl-Heinz Bode das Gelände am Müggelsee bewirtschaftet und gepflegt. Vor ihnen waren Alois und Magdalene Bode seit 1959 Betreiber des beliebten Naturbades. Vor der Schließung 2014 soll es rund 3000 Übernachtungen jeden Sommer auf dem Campingplatz gegeben haben. Die Nähe zur Autobahn machte ihn besonders für Durchreisende aus Skandinavien attraktiv, die in Hildesheim einen Zwischenstopp einlegten.

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