Alfeld - Ihren Verein hat sie mit einigen Freunden und Familienmitgliedern bereits 2018 gegründet. Zu diesem Zeitpunkt hatte Korger, die in Teilzeit als Krankenschwester arbeitet, bereits viele Jahre lang Frettchen und hat diese auf eigene Kosten versorgt. Oft nahm sie alte und kranke Tiere auf, die bei ihr ihren Lebensabend verbringen konnten, oder sie hat die Tiere in ein neues Zuhause weitervermittelt.
Doch irgendwann war die finanzielle Belastung – allein die Tierarztkosten betrugen 2017 um die 8000 Euro – zu groß: „Ich bin eigentlich nur noch für die Frettchen arbeiten gegangen.“ Da sie als Privatperson keine Spenden annehmen durfte, aber die Frettchen-Pflege auch nicht aufgeben wollte, gründete sie den Verein, aus dem inzwischen ein richtiges Netzwerk entstanden ist.
Wenige sind auf Frettchen spezialisiert
Deutschlandweit gebe es nur vier Frettchen-Tierheime, informiert Korger. Deswegen entstand die Idee, mit einzelnen Pflegestellen mehr für die Tiere zu tun. Wer über ihren Verein eine eigene Pflegestelle aufmachen wolle, brauche einen Sachkundenachweis für Frettchen beim Veterinäramt. „Da wird auch eine Prüfung abgenommen“, so Korger. Außerdem müssten die Bedingungen stimmen, unter denen die Frettchen untergebracht werden: Das bedeutet vor allem ausreichend Platz für die quirligen und nachtaktiven Tiere. Auf diese Weise ist in den vergangenen fünf Jahren ein deutschlandweites Netz aus acht Frettchenvilla-Pflegestellen entstanden, die untereinander in engem Kontakt stehen. Trotzdem seien das nicht genug und sie wünsche sich noch mehr Anlaufstellen für Frettchen. „Im Tierschutz gibt es keine Konkurrenz, sondern ein Miteinander. Und wer Konkurrenzdenken hat, der hat den Tierschutz nicht verstanden.“
Bis zu 25 Tiere
Vom Veterinäramt gibt es eine vorgeschriebene Anzahl an Frettchen, die in einem Haushalt maximal untergebracht sein dürfen, nämlich 25. Das ist eine Kapazitätsgrenze, die auch im Hause Korger regelmäßig erreicht wird und eine sinnvolle Grenze, wie sie findet: „Mehr kann ich gar nicht, weil es auch Intensivpatienten sind.“ Diese müssten teilweise alle zwei Stunden gefüttert, sauber gemacht und mit Medikamenten versorgt werden. Aber auch davon abgesehen bestehe ihre morgendliche und abendliche Routine aus jeweils zwei bis drei Stunden, in denen sie die Klos sauber mache, Futter und Decken wechsle und Oberflächen gründlich desinfiziere.
Werdegang eines Frettchens
Wenn nun über soziale Medien, die Tierrettung oder Wildtierstationen Frettchen gemeldet werden, organisiert Korger den Transport. Sind die Tiere bei ihr angekommen, prüft sie erst mal den Zustand: Gewicht, Zahnstatus, Parasiten und ob das Tier kastriert ist oder nicht. Nach einer tierärztlichen Versorgung, für die sie mit der Alfelder Tierärztin Dr. Yasmin Voit zusammenarbeitet, können die Tiere vermittelt werden, wenn sie kastriert, geimpft und gechipt sind. Im vergangenen Jahr habe sie 177 Frettchen vermittelt und 2023 seien es bisher schon 43 Tiere, so Korger.
Bei der Vermittlung der Frettchen ist Korger auch sorgfältig. Wenn jemand Interesse daran hat, ein Frettchen bei sich aufzunehmen, dann führt sie Vorab-Gespräche, um die Eignung zu prüfen, guckt sich an, unter welchen Umständen die Tiere untergebracht werden und es gebe auch eine Nachkontrolle, so Korger. Wer sich Frettchen zulegen möchte, der solle sich das laut Korger ganz genau überlegen: „Frettchen sind keine Alltagstiere.“
Frettchen-Hospiz
Doch nicht alle Frettchen können noch mal vermittelt werden. Ihre Senioren-Gruppe, die aus alten und kranken Tieren besteht, betreue sie bis zum Ende. „Hier im Hospiz ist es so, dass die Besitzer auch Besitzer bleiben, wenn wir die aufnehmen. Die zahlen dann 50 Euro im Monat an Pflegekosten“, erzählt Korger. Die Tiere, die unter Umständen ihre Partner verloren haben, können so in einer Gruppe – Frettchen sind Rudeltiere – gut versorgt ihren Lebensabend verbringen.

