Hildesheim - So viele Menschen wie am Montagabend waren bislang selten, vielleicht sogar noch nie im Smart-City-Büro in der Fußgängerzone zu sehen: Der zuständige Fachausschuss des Rates tagte in der gläsernen Anlaufstelle gegenüber der Jakobikirche, auf der Tagesordnung stand auch ein Bericht zur Lage des Digitalisierungsprojektes. Eigentliche eine gute Gelegenheit für die Politiker, sich bei Smart-City-Chefin Svenja Fuhrich nach dem Erfolg der „Werk.Stadt“ – so heißt das Büro – zu erkundigen. Schließlich lässt sich die Stadt die Ladenfläche jeden Monat mehrere tausende Euro Miete kosten (genaue Zahlen sind nicht zu bekommen). Und das nicht erst seit der offiziellen Eröffnung im Januar, sondern wohl auch schon in den zwölf Monaten zuvor, seitdem die Smart-City-Werbung an den Fensterscheiben klebt.
Bringen die Kurse mit der Volkshochschule die Wende?
Die soll den Menschen Lust machen, hereinzukommen und ihre Ideen einzubringen – so hatten es der Oberbürgermeister Ingo Meyer und Fuhrich im Januar erklärt. Tatsächlich herrscht in der „Werk.Stadt“ in der Regel gähnende Leere, Menschenmassen sind bisher nicht gesichtet worden. Fuhrich führte das in der Sitzung auf die Kälte in den vergangenen Wochen zurück, es seien einfach wenig Menschen in der Fußgängerzone unterwegs gewesen; man hoffe aber, dass der Zuspruch nun zunehme, da demnächst gemeinsame Kurse mit der Volkshochschule starten.
Die Politiker nahmen das so hin, selbst die kritischen Geister in ihren Reihen gaben sich damit zufrieden. Warum? Wohl vor allem deshalb, wie zu hören ist, um sich nicht dem Vorwurf auszusetzen, Smart City auch noch öffentlich schlecht zu machen, wo doch der Funke bei dem 17,5-Millionen-Millionen-Euro-Vorhaben einfach nicht auf die Bürger überspringen mag – und das, obwohl seit dem Start des fünfjährigen Projektes bereits zwei Jahre vergangen sind. Dass es sich bei dem Geld nicht um städtische Mittel, sondern um einen Bundeszuschuss handelt, sollte für die Hildesheimer Politiker kein Trost sein. Bei Smart City gibt es ein Vermittlungsproblem – es ist auch Aufgabe des Rates darauf hinzuwirken, das zu ändern.

