Hildesheim - Die Nachricht erwischte Rat und Verwaltung kurz nach Beginn der Sommerpause: Laut jüngstem Zensus hatte Hildesheim zum Stichtag zum 15. Mai 2022 nur knapp 98.000 Einwohner. Es ist damit keine Großstadt mehr – vorausgesetzt, diese Zahl wird amtlich, was sich frühestens im Herbst entscheidet, zumal die Stadt das Ergebnis auch anzweifelt. Für manche Mitarbeiter dort und einige Politiker ist das Ganze ein Déjà-vu. Denn vor etwa einem Jahrzehnt war die Einwohnerzahl schon einmal vorübergehend für einige Jahre unter die 100.000-Grenze gerutscht, die über den Großstadt-Status entscheidet.
Weniger Einwohner heißt mehr Unterstützung vom Land
Doch so schmerzhaft das seinerzeit für das Selbstbewusstsein des einen oder anderen im Rathaus auch war: Finanziell lohnte sich der Abstieg, da das Land der Stadt mehr Geld überwies. Die Logik dahinter: Kleinere Kommunen haben eine geringere Steuerkraft als größere, brauchen also mehr Hilfe. Doch wie ist es diesmal? Was bedeutet die Entwicklung langfristig? Wie wirkt sie sich auf die Kreisumlagen aus? Erste Antworten erwartet SPD-Fraktionschef Stephan Lenz von der Verwaltung im Finanzausschuss am 14. August, er dürfte nicht der Einzige sein. Gerade mit Blick auf die Haushaltsberatungen müssen die Politiker wissen, woran sie sind – auch wenn es noch einige Unklarheiten gibt.
