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Hingucker: Was vom Städtischen Krankenhaus am Hildesheimer Weinberg blieb

Hildesheim - Drumherum ist mittlerweile ein moderner Hochschul-Campus entstanden – doch am Weinberg in Hildesheim erinnern noch immer einige Bauten an die turbulente Anfangsphase eines einstigen Krankenhauses.

Hildesheim - Jeden Tag veröffentlicht die Hildesheimer Allgemeine Zeitung ein Foto des Tages. Haben Sie auch einen ganz besonderen Schnappschuss gemacht? Dann senden Sie uns das Bild mit dem Betreff „Hingucker“ an redaktion@hildesheimer-allgemeine.de.


108 Jahre ist diese Aufnahme alt – und eines hat sich an dieser Stelle Hildesheims nicht geändert: Das abgebildete Gebäude steht noch. Das ganze Drumherum dagegen ist mittlerweile gänzlich anders. Die historische Aufnahme von 1917 aus dem Archiv des Verlags Gebrüder Gerstenberg zeigt das Verwaltungsgebäude am Weinberg, durch das es früher ins Städtische Krankenhaus ging.

Mehr als 100 Jahre war das Städtische Krankenhaus am Weinberg ein fester Anlaufpunkt für Patienten, Besucher und Mitarbeiter. Ab 1894 konnte Stadtbaurat Gustav Schwartz seine Pläne für das damals benötigte größere Krankenhaus realisieren. Frische Luft galt schon damals als gesundheitsfördernd, im Gegensatz zu den stickigen, auch in den Hinterhöfen eng bebauten Straßenzügen der Altstadt kam hier der Pavillon-Stil zum Zug, ständiges Durchlüften war in diesen kleineren Baueinheiten kein Problem.

Schwartz hatte das Krankenhaus als kleine Stadt für sich konzipiert, eine Umfassungsmauer riegelte das Areal nach außen ab, Besucher mussten zunächst den imposanten Haupteingang passieren und konnten dann – wie in einem römischen Marschlager – durch die Reihen der Pavillons schreiten. Bis zu seinem Tod 1910 war der Stadtbaurat am Krankenhaus aktiv, konnte aber längst nicht alle Pläne realisieren. Das Bauen ging aber unter seinen Nachfolgern munter weiter.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs war das kleinteilige Konzept der Anlage überholt, es entstanden unter anderem ein siebengeschossiges Bettenhaus und ein Hubschrauber-Landeplatz. Kaum ein Jahr verging am Weinberg ohne den Anblick von Handwerkern und Gerüsten. Doch es türmte sich ein gewaltiger Schuldenberg auf. Mit der Privatisierung 2005 endete dieses Kapitel der lokalen Medizingeschichte.

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