Foto des Tages

Historischer Hingucker: Als das Hildesheimer Tierheim umzog

Hildesheim - Das Tierheim war einst an ganz anderer Stelle in Hildesheim zu finden – dass es umzog hatte mit einem Deal der Stadt zu tun.

Hildesheim - Jeden Tag veröffentlicht die Hildesheimer Allgemeine Zeitung auf ihrem Instagram-Kanal ein Foto des Tages. Haben Sie auch einen ganz besonderen Schnappschuss gemacht? Dann senden Sie uns das Bild mit dem Betreff „Hingucker“ an redaktion@hildesheimer-allgemeine.de.


Was haben Bauarbeiten und Tierwohl gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel, auf den zweiten zumindest in Hildesheim doch so einiges. Denn hätten Hildesheimer und Stuttgarter Unterhändler sich nicht 1968 auf das „Bosch-Blaupunkt-Programm“ verständigt, würde das Tierheim vielleicht noch immer unter räumlich katastrophalen Bedingungen an der B 1 arbeiten müssen. Im Gegenzug zum zugesagten finanziellen Engagement des Konzerns für Forschung und Entwicklung hatte sich die Verwaltung verpflichtet, neben Wohnraum für Mitarbeiter auch in den Ausbau der lokalen Verkehrs-Infrastruktur zu investieren. So wurden Steinberg- und Robert-Bosch-Straße ausgebaut, die B 1 im Verlauf von Kaiserstraße, Schützenallee und Bückebergstraße vierspurig, die Innerstebrücken erneuert. Im Herbst 1970 rückten die Bauarbeiter an, das Tierheim musste sein bisheriges Domizil auf dem rückwärtigen Teil des Tankstellengrundstückes an der Bückebergstraße im Sommer 1971 räumen. (Foto: Archiv Verlag Gebrüder Gerstenberg)

Die Räume dort platzten ohnehin aus allen Nähten, der Vereinsvorstand war daher für das Angebot der Stadt sogar dankbar, dem Brückenneubau zu weichen und mit dem Tierheim an die Mastbergstraße umzuziehen. Dort stellte man Tier und Mensch nach der Zwangsverlegung ein 500 Quadratmeter großes Grundstück neben dem Bauhof zur Verfügung, auch an den veranschlagten Projektkosten von gut 350.000 Mark wollte sich die Kommune beteiligen. Am 23. August 1971 zerlegten Arbeiter zunächst das Fertighaus, in dem die Tierpfleger wohnten, in seine Einzelteile und bauten es am neuen Standort Stück für Stück wieder auf – wie die historische Aufnahme beweist. Auch die Tiere ließen den ungewohnten Baustellenlärm bald hinter sich, im November 1971 waren alle wohlbehalten in der Heimstatt in Steuerwald angekommen.