Foto des Tages

Historischer Hingucker: Als es noch ordentlich schnaufte – Hildesheim und seine Dampfloks

Hildesheim - Heutzutage sind sie aus dem Alltag verschwunden, nur zu besonderen Anlässen sind in der Region noch Dampfloks unterwegs. Das war früher anders – besonders am Standort Hildesheim.

Hildesheim - Jeden Tag veröffentlicht die Hildesheimer Allgemeine Zeitung auf ihrem Instagram-Kanal ein Foto des Tages. Haben Sie auch einen ganz besonderen Schnappschuss gemacht? Dann senden Sie uns das Bild mit dem Betreff „Hingucker“ an redaktion@hildesheimer-allgemeine.de.


Die erste Dampflokomotive zischte und fauchte am 12. Juli 1846 auf dem Hildesheimer Bahnhof, als die Strecke zwischen Lehrte und der Bischofsstadt in Betrieb genommen wurde. Damals hielten die Züge noch an der Kaiserstraße und die Hildesheimer fühlten sich ohnehin durch die auf die Residenzstadt fixierte Politik der hannoverschen Regierung nicht nur vom technischen Fortschritt abgehängt, bei den April-Unruhen 1848 war der Krawall an der Innerste daher besonders groß. Im Laufe der Zeit wurden weitere Strecken in Betrieb genommen, dafür entstand unter anderem die Eisenbahnbrücke zwischen Hildesheim-Ost und Marienburg, auf der auf dieser historischen Aufnahme vom 20. November 1975 eine alte Dampflok der Baureihe 50 mit Kabinentender schnauft. (Foto: Archiv Verlag Gebrüder Gerstenberg)

Hildesheim war einst sogar Standort von 30 eigenen Dampflokomotiven der Baureihe 44 – die Dreizylindermaschinen mit 2000 Pferdestärken und einer Länge von gut 23 Metern, die vor allem schwere Erzzüge in Richtung Hamm bewegten, waren bis 1968 in der Stadt beheimatet.

Von der endgültigen Umstellung auf elektrisch betriebene Zugmaschinen nahm man in Hildesheim dann kaum Notiz – die Reaktionen fielen eher gelassen und emotionslos aus: „Hausfrauen werden aufatmen“, war einer der Kommentare aus dem Kreis früher Aktivisten gegen die Luftverschmutzung.