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HOTOPPs HOT – na, was soll das denn bitteschön heißen?! Die beiden Buchstaben E und L sind bereits abmontiert, als diese Aufnahme am 1. Juli 1972 entstand. Die Aufnahme dokumentiert das Ende einer Ära: Nach über 100 Jahren verschwindet der Namenszug „Hotopps Hotel“ vom Hildesheimer Bahnhofsplatz. Aus dem Hotel ist längst eine Unterkunft der Studentischen Wohnungsinitiative (SWI) geworden, da führt die alte Leuchtreklame viele Übernachtungsgäste nur noch in die Irre.
Gründer Friedrich Hotopp hat den richtigen Riecher, als er sich noch vor der Reichsgründung das Filetstück zwischen Bahnhofsallee und Bernwardstraße sichert. Einige Jahre später zieht der Hauptbahnhof von der Kaiserstraße an seine jetzige Stelle, das Geschäft brummt, der Nachfolger verleiht dem Haus zusätzlichen Glanz, Prominente geben sich die Klinke in die Hand. Im Zweiten Weltkrieg versinkt Hotopps Hotel im Bombenhagel, kann aber schon 1951 wieder seine Türen öffnen, wird rasch zur bevorzugten Adresse für Empfänge und Feiern aller Art.
Die stolze Geschichte des Familienbetriebs endet mit einem tragischen Unglücksfall: Am Neujahrsmorgen 1971 erschießt der Eigentümer bei einer Silvesterparty im Harz versehentlich seinen ältesten Sohn. Das Gästehaus schließt bald darauf seine Pforten, das Gebäude wird aber fortan als Studentenwohnheim genutzt.
Zu den hundert Bewohnern zählen aber nicht nur Studenten, sondern auch Schüler der weiteren Umgebung, die ihre besorgten Eltern zu Zeiten von Nesthäkchen und Trotzkopf noch der sorgsamen Obhut einer Pension überlassen hätten. Anfang der Siebziger aber pendeln weibliche wie männliche Adepten von Michelsen & Co. munter zwischen Penne, Hipetuk und Hotopp – und sorgen mit dieser liederlichen Lebensweise für einiges Aufsehen in der sittenstrengen Domstadt.
Das Studentenwohnheim ist wenige Jahre später aber ebenfalls Geschichte, dann investiert der Eigentümer in einen großen Umbau, aus Hotopps Hotel wird 1978 ein moderner Geschäftskomplex, in dem heute vor allem Arztpraxen und Gastronomie zu finden sind.
