Foto von früher

Historischer Hingucker: Das abgeschraubte Wappen und das Ende einer Epoche in Hildesheim

Hildesheim - Soldaten im Stadtbild, das war in Hildesheim jahrzehntelang gang und gäbe. An einer Kaserne gab es auch ein sehr markantes Wappen.

Hildesheim - Jeden Tag veröffentlicht die Hildesheimer Allgemeine Zeitung auf ihrem Instagram-Kanal ein Foto des Tages. Haben Sie auch einen ganz besonderen Schnappschuss gemacht? Dann senden Sie uns das Bild mit dem Betreff „Hingucker“ an redaktion@hildesheimer-allgemeine.de.


„Toujours en vedette“ – „Immer auf Posten“ lautete das Motto des Panzerbataillons 14 seit 1959. Seit 1962 war die Einheit in Hildesheim stationiert. Wer sich heute auf Spurensuche nach Überresten des Bataillons begibt, wird kaum fündig. Die Hauptfahrzeuge, mehr als 50 Leopard-Kampfpanzer, sind entweder verschrottet oder ins Ausland verkauft worden. Im März 1992 schraubte Major Herbert Marek das Bataillonswappen vom Kasernentor, das Panzerbataillon 14 ist Geschichte. Wer heute die Gebäude der ehemaligen Gallwitz-Kaserne in der Steuerwalder Straße unter die Lupe nimmt, kann aber an einer Stelle noch das Wappen mit dem Eisernen Kreuz, dem Stier und der Hildesheimer Rose sehen. Heute ist das Wappen kaum noch bekannt. Vor einigen Jahrzehnten war es vielerorts zu sehen. Zum Beispiel auf allen Bundeswehr-Fahrzeugen. (Bild anklicken, um es in voller Größe zu sehen)

Kampfpanzer in den Wäldern der Umgebung? Auf den Straßen rund um Hildesheim? Sogar mitten auf der Kaiserstraße? Für die meisten jüngeren Hildesheimer ist dieser Gedanke verstörend. Dabei gehörte das Militär seit Jahrhunderten zu Hildesheim.„Neben der Stadtmiliz und der Garde des Bischofs waren seit 1643 welfische Truppen dauerhaft in Hildesheim stationiert, um als Schutztruppe die Unabhängigkeit der Stadt gegenüber dem fürstbischöflichen Landesherrn zu sichern“, sagt Sven Abromeit, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins.

Soldaten in Uniform waren seit dieser Zeit Teil des Stadtbildes und traten noch vor wenigen Jahrzehnten öffentlich in Erscheinung. Ihre Unterkünfte waren über die ganze Stadt verteilt. Kasernennamen wie Mackensen, Gallwitz, Ledebur oder Waterloo waren in der Stadt geläufig wie das Knochenhauer-Amtshaus oder der Hauptbahnhof.

Doch das ist Geschichte. Nach und nach zogen die Bundeswehr und die Britischen Streitkräfte ihre Soldaten ab, lösten Einheiten auf und schlossen Kasernen. 2007 verabschiedete der damalige Oberbürgermeister Kurt Machens die letzten Soldaten. Heute ist das Kapitel Militär in Hildesheim weitestgehend zugeschlagen.

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