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Bevor wir zu den Details des Krümels kommen, lohnt sich aber noch ein Blick ganze 220 Jahre zurück: „Das Land Hildesheim ist prächtig und ist nur zu vergleichen mit dem Magdeburger Land, aber die Bauern haben nicht Aussehen und Haltung wie dort, zum Ausgleich sind die Pferde von großer Schönheit.“ So beschrieb Königin Luise im Sommer 1806 ihren Besuch in der Stadt. Die Hildesheimer waren beim damaligen Empfang am Friesentor ganz gegen ihre Gewohnheit völlig aus dem Häuschen. Fast siebzig Jahre nach Luises Stippvisite an die Innerste war die Erinnerung daran so präsent, dass sie selbstverständlich zur Patin einer Straße in der Oststadt gekürt wurde.
Viele Einheimische dürften mit der Namensgeberin jedoch nicht viel anzufangen wissen, mit dem beliebten Jugendlokal dafür umso mehr: Das legendäre „Krümel“ dürfte für Eingeweihte einen ähnlichen Stellenwert besessen haben wie „Hipetuk“ oder „Be Bop“, seine erzwungene Schließung stieß auf Widerstand, Hildesheim geriet im April 1981 in den Sog der auch gewaltbereiten „Instandbesetzer“-Bewegung. Etwa 30 Schüler und Studenten drangen nachts in das leer stehende Gebäude ein und forderten, hier ein Jugendzentrum einzurichten. Während in Göttingen Barrikaden brannten, verlief der Protest hier friedlich. Im Angesicht der angerückten Staatsmacht verließen die jugendlichen Besetzer nach einem Tag das „Krümel“ freiwillig und gaben ihre Forderungen verloren.
