Foto des Tages

Historischer Hingucker: Die „Altstadt“ in Hildesheim – an einer markanten Ecke

Hildesheim - Viele kennen das Gebäude in Hildesheim, doch wer kennt auch seine Geschichte? Ein Blick auf die „Altstadt“, die es nur sechs Jahre lang gab.

Hildesheim - Jeden Tag veröffentlicht die Hildesheimer Allgemeine Zeitung auf ihrem Instagram-Kanalein Foto des Tages. Haben Sie auch einen ganz besonderen Schnappschuss gemacht? Dann senden Sie uns das Bild mit dem Betreff „Hingucker“ an redaktion@hildesheimer-allgemeine.de.


Eine markante Ecke, eine markante Fassade – doch früher gab es noch einen anderen Schriftzug als heute: Das historische Foto vom 22. April 1971 zeigt den Blick auf die „Altstadt“ an der Ecke Wollenweberstraße/Goschenstraße.

Der Ort hat eine lange gastronomische Geschichte: Schon vor der „Altstadt“ gab es hier eine überaus beliebte Gaststätte: Die Hildesheimer Gasthäuser wurden damals vorrangig von Männern besucht, die ihren Durst stillen wollten, in Zeiten ohne heimischen Kühlschrank ging man zum Trinken noch in die Kneipe. Vom Wirt des „Römischen Kaisers“, dem Vorgänger des „Altstadt“, ist überliefert, dass er jeden Freitag einen Hektoliter Bier ausschenkte. Oft hatte er den angepeilten Tagesumsatz schon morgens um 6 Uhr in der Tasche, da viele Arbeiter und Handwerker vor Dienstbeginn noch schnell einen Schnaps kippten.

Im Frühjahr 1971 unternahm dann die hannoversche Heinz Allmendiger KG den Versuch, Hildesheims gastronomisches Image mit der „Altstadt“ aufzupolieren – einem gutbürgerlichen Grill-Restaurant mit Bar und Tanzfläche. Das Lokal erhielt eine zum Namen passende Fachwerkfassade mit Butzenscheibenfenstern, doch die gutbürgerlich gestartete Küche wurde schon 1977 von „Dionysos“ übernommen, dem griechischen Gott des Weines. Seither stehen hier griechische Spezialitäten auf der Speisekarte.