Foto von früher

Historischer Hingucker: Feilschen auf dem PvH – ein Blick in Hildesheims Flohmarkt-Historie

Hildesheim - Stöbern und vielleicht noch ein richtiges Schnäppchen machen – Flohmärkte sind bei vielen nach wie vor überaus beliebt. In Hildesheim gab es früher auch ziemlich zentral die Möglichkeit zum Feilschen.

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Ob der Mann in der Bildmitte den Wasserball auch gerade erst erstanden hat, ist nicht überliefert – unbestritten aber ist: In Hildesheim wird seit jeher leidenschaftlich gern auf Flohmärkten verhandelt, gefeilscht, ver- und gekauft. Auch der Hindenburgplatz diente gelegentlich als Flohmarktkulisse. Bei traumhaftem Wetter blieben im August 1982 im Kino „Die Camera“ die Zuschauerreihen bei „Mad Max“ leer, wie diese historische Aufnahme aus dem Archiv des Verlags Gebrüder Gerstenberg beweist.

Der Ursprung dieser besonderen Verkaufsart liegt wohl in Frankreich, woher auch der Name stammt: „Marché aux Puces“ heißt auf Deutsch schlicht „Flohmarkt“. Lumpenhändler boten seit dem späten Mittelalter auf Märkten in Paris die abgelegten Kleidungsstücke der Reichen den ärmeren Menschen zum Kauf und zum weiteren Tragen an. Die Wahrscheinlichkeit, mit dem Mantel des Vorbesitzers auch dessen Flöhe als lästige Untermieter zu übernehmen, lag damals aber wohl bei 100 Prozent.

Die Stadt Hildesheim war 1971 erstmals als Veranstalter eines Flohmarktes aufgetreten. Hoher Weg und Almsstraße wurden damals an jeweils zwei Samstagen im Juni und September zum Eldorado der Schnäppchenjäger, gelegentlich diente auch der Hindenburgplatz als Veranstaltungsort. Mehr als 200 Platzkarten gingen damals gratis zumeist an Kinder und Jugendliche, die so ausgelesene Comics und altes Spielzeug schnell wieder zu Geld machen konnten. Die Anziehungskraft war bis in die 1980er-Jahre hinein groß, in Spitzenzeiten kamen bis zu 40 000 Besucher, das Trödelfestival bot über 250 Ständen Platz, darunter 1972 auch der Kleiderfundus des Stadttheaters mit seinen echten „alten Flöhen“.

Die Stadt zog sich später aus der Organisation zurück, kommerzielle Veranstalter übernahmen die Regie. Mittlerweile kann man meist an Samstagen oder Sonntagen auf Supermarkt-Parkplätzen über Flohmärkte schlendern – und an ausgewählten Wochenenden auch auf dem Hildesheimer Volksfestplatz.