Kreis Hildesheim - Sonne und Temperaturen von bis zu 35 Grad: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für Mittwoch, 13. August, und Donnerstag, 14. August, eine Hitzewarnung für den Landkreis Hildesheim ausgesprochen. An beiden Tagen kommt es zu einer starken Wärmebelastung für die Bevölkerung, auch nachts soll es sich nicht deutlich abkühlen.
Denn auch wenn die Wetteraussichten zunächst nach Eis, Freibad und Sommer klingen, kann die übermäßige Wärme zur gesundheitlichen Belastung werden. Ab wann wird eine Warnung ausgesprochen? Was sollten Einwohnerinnen und Einwohner beachten? Wir klären die wichtigsten Fragen.
Wann kommt es zu einer Hitzewarnung durch den DWD?
Grundsätzlich werden Hitzewarnungen für Städte und Landkreise herausgegeben, wenn sowohl tagsüber eine starke Wärmebelastung erwartet wird als auch eine Abkühlung der Wohnungen über Nacht nicht mehr gewährleistet ist. Denn bleibt es über Nacht zu warm, kann die Schlafqualität leiden, und die Hitze des Tages kann schlechter verkraftet werden. Der DWD hat dabei zwei Warnstufen: Überschreitet die gefühlte Temperatur am frühen Nachmittag den Schwellenwert von 32 Grad, wird vor einer „starken Wärmebelastung“ gewarnt. Wird ein Wert von 38 Grad überschritten, gilt die Warnung „extreme Wärmebelastung“.
Wer ist bei Hitze besonders gefährdet?
Da die Hitze insbesondere den Blutkreislauf belastet, sind herzkranke Menschen ganz besonders gefährdet. Auch für Personen über 65 sind hohe Temperaturen eine stärkere Belastung: Das Durstgefühl nimmt im Alter oft ab, Medikamente können entwässernd wirken, und die Regulierung der Körpertemperatur geschieht langsamer. „Sie schwitzen später und weniger, da die Zahl der Schweißdrüsen und die Durchblutung der Haut im Alter abnimmt“, erklärt Nadine Lenz vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit.
Aber auch für kleine Kinder bedeutet die Hitze eine größere Gefahr. „Die Hautoberfläche von Kindern im Verhältnis zum Körpergewicht ist groß – sie brauchen deshalb mehr Zeit als Erwachsene, um sich an Hitze anzupassen.“ Auch die Schweißproduktion, um den Körper abzukühlen, sei geringer.
Welche Beschwerden treten bei zu hoher Hitzebelastung auf?
Schwindel, Kopfschmerzen, Erschöpfung oder Benommenheit sind laut Lenz typische Symptome für eine zu hohe Hitzebelastung. Auch starke Blässe oder Gesichtsröte, Übelkeit, Kurzatmigkeit, Unruhe oder Muskelschmerzen seien im Zusammenhang mit Hitze als Warnsignal zu sehen. Viele dieser Beschwerden hängen mit dem Flüssigkeitsverlust zusammen, der beim Schwitzen entsteht.
Was sollte man beachten, wenn man nach draußen geht?
Der Meteorologe Florian Baur vom DWD rät, Sonnencreme auch schon am Morgen aufzutragen – insbesondere auf exponierten Stellen wie Nase, Ohren, Lippen und Fußrücken. „Was dazu kommt, ist die Hitzebelastung. Deshalb sollte man viel trinken.“
Zusätzlich sollte man einen Sonnenhut, luftige, helle Kleidung und eine Sonnenbrille tragen. Es ist ratsam, sich – wenn möglich – im Schatten aufzuhalten und aufgrund der hohen UV-Belastung, die Mittagsstunden zu meiden. Körperliche Aktivitäten sollten am besten in die frühen Morgenstunden oder auf abends verlegt werden, wenn die Temperaturen noch etwas kühler sind.
Vorsicht gilt auch für diejenigen, die sich im Freibad oder am Badesee abkühlen möchten: Ein Sprung ins kalte Wasser, kann den Kreislauf überlasten. Am besten langsam ins Becken gehen oder sich vorher abduschen.
Was hilft bei Hitze?
Der Körper braucht an heißen Tagen im Sommer vor allem Flüssigkeit, um den Verlust durch das Schwitzen auszugleichen. Man sollte bei der Ernährung bedenken, dass der Körper allerdings nicht nur Wasser, sondern auch Salze durch den Schweiß verliert. Alkohol und koffeinhaltige Getränke sollten vermieden werden. „Alkohol entzieht dem Körper weiteres Wasser und wertvolle Mineralstoffe“, sagt Lenz.
Räume sollten – wenn möglich – mit Vorhängen und Rollos verdunkelt und in den kühleren Morgenstunden oder nachts ordentlich gelüftet werden. Feuchte Umschläge und kalte Fuß- oder Armbäder können helfen, den Körper abzukühlen.
Wird es immer heißer?
Für den DWD ist es ein „Hitzetag“ oder „heißer Tag“, wenn die maximale Lufttemperatur mehr als 30 Grad Celsius beträgt. Dass dies immer häufiger geschieht, scheint zumindest so, wenn man auf die statistischen Daten blickt. Gab es zwischen 1961 und 1990 im langjährigen Mittelwert nur 4,1 Hitzetage, so sind es zwischen 1981 und 2010 bereits 6,2. Blickt man nun auf 2018 als bisherigen Spitzenreiter, so wurden in dem Sommer allein 22 heiße Tage mit mehr als 30 Grad erfasst.
