Kreis Hildesheim - Der Wasserstand der Leine im Landkreis Hildesheim ist in der Nacht zum Montag weiter leicht zurückgegangen, verharrt aber unverändert oberhalb der dritten und höchsten Meldestufe. Die Überschwemmungen entlang des Flusses halten an. Der Wasserstand der Innerste ist ebenfalls weiter gefallen. Der Blick auf die beiden großen Flüsse, ihre Staubecken und die wichtigsten Nebenflüsse (Stand Montag, 6 Uhr).
Leine-Rückgang beschleunigt sich leicht
Leine: Der Wasserstand der Leine am Pegel Poppenburg bei Burgstemmen ist in der Nacht um weitere sechs Zentimeter auf nun 3,85 Meter gefallen. Seit Sonntag hat sich damit der Rückgang etwas beschleunigt, bleibt aber langsam. Viele Flächen im Westkreis sind seit zwei Wochen überschwemmt. Der NLWKN erwartet für Montag und Dienstag, dass der Wasserstand weiter zurückgeht, aber noch immer oberhalb der dritten und höchsten Meldestufe von 3,50 Metern verbleibt.
Der Druck aus dem südlichen Niedersachsen nimmt jedenfalls weiter ab. Am Pegel in Greene, also zwischen dem Rückhaltebecken Salzderhelden und dem Landkreis Hildesheim, ist der Wasserstand in der Nacht zum Montag noch einmal merklich von 5,89 auf 5,74 Meter gesunken. Höchststand im Zuge des Hochwassers waren in Greene 6,58 Meter. Die höchste Meldestufe liegt dort bei 5,50 Metern.
Entspannung in Salzderhelden
Staubecken und Zuflüsse: Aus dem Rückhaltebecken Salzderhelden fließt immer weniger Wasser in die Leine ab. Am Sonntagabend hat der NLWKN die Abgabe noch einmal leicht von 130 auf 120 Kubikmeter pro Sekunde reduziert. Der Füllstand des Polders ist auf 34 Prozent gesunken. Dazu passt, dass die Leine-Pegel südlich von Salzderhelden und die Wasserstände des wichtigen Zuflusses Rhume zwischen Northeim und dem Harz fast alle unter die erste Meldestufe gefallen sind, darunter nun auch am Pegel Northeim nahe der Mündung in die Leine.
Innerste fällt weiter spürbar
Innerste: Der Wasserstand der Innerste bei Heinde ist seit Sonntagabend um weitere acht Zentimeter gefallen und liegt nun bei 3,48 Metern. Hält der Trend wie vom NLWKN erwartet an, könnte der Fluss bald unter die erste Meldestufe (3,30 Meter) fallen.
Talsperre und Zuflüsse: Der Füllstand der Innerste-Talsperre hat sich weiter verringert. Am Montagmorgen liegt er bei 72,8 Prozent (Sonntagabend: 73,7 Prozent). Der Stausee leert sich seit Tagen stetig. Vor allem, weil immer weniger Wasser hineinfließt: 5,5 Kubikmeter pro Sekunde werden aktuell noch gemessen, fast das Doppelte fließt ab. Der Frost dürfte den Zufluss eher weiter verringern. Auch die Wasserstände der Innerste-Zuflüsse Nette, Lamme und Neile fallen weiter.
Friert Wasser auf den Feldern?
Inzwischen hat im südlichen Niedersachsen und im Harz Frost eingesetzt. Es soll kaum noch Niederschläge geben – und wenn es welche gibt, fallen sie als Schnee und bleiben größtenteils erst einmal liegen. In den noch überschwemmten Gebieten birgt das allerdings neue Gefahren, warnt die Feuerwehr.
Überschwemmte Felder und Wiesen könnten sich in Eisflächen verwandeln – die Feuerwehr warnt allerdings dringend davor, diese zu betreten. In den 80er und 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts kam es mitunter nach Überschwemmungen zu längeren Frostperioden, im Landkreis Hildesheim waren in der Folge viele Menschen auf Schlittschuhen in der Feldmark unterwegs.
