Überschwemmungen

Hochwasser im Kreis Hildesheim am Sonntagabend: Wasserstände von Leine und Innerste fallen weiter

Kreis Hildesheim - Die Hochwasser-Situation im Landkreis Hildesheim hat sich im Laufe des Sonntags weiter entspannt. Allerorts fallen die Wasserstände – und auch die Prognosen deuten eine positive Entwicklung an.

Bei Ruthe sorgt die Leine weiter für Überschwemmungen, doch das Hochwasser geht Zentimeter für Zentimeter zurück. Foto: Till Röß Drones

Kreis Hildesheim - Der Wasserstand der Leine im Landkreis Hildesheim hat sich im Laufe des Sonntags weiter verringert. Die Überschwemmungen entlang des Flusses dürften dennoch nur sehr langsam zurückgehen. Der Wasserstand der Innerste ist ebenfalls weiter gefallen. So beurteilen die betroffenen Städte und Gemeinden entlang der beiden Flüsse die Situation. Der Blick auf die beiden großen Flüsse, ihre Staubecken und die wichtigsten Nebenflüsse (Stand Sonntag, 17.45 Uhr).

Positive Signale für die Leine

Leine: Der Wasserstand der Leine am Pegel Poppenburg bei Burgstemmen ist im Laufe des Sonntags weiter gesunken. Er liegt nun bei 3,91 Metern. In der Nacht zum Sonntag war er geringer gesunken, um zwei Zentimeter auf 3,96 Meter. Viele Felder und Wiesen sowie einzelne Straßen im Westkreis sind seit fast zwei Wochen überschwemmt. Der NLWKN erwartet für Sonntagabend und Montag, dass der Wasserstand weiter leicht zurückgeht, aber weiter oberhalb der dritten und höchsten Meldestufe von 3,50 Metern verbleibt.

Am Pegel in Greene, also zwischen dem Rückhaltebecken Salzderhelden und dem Landkreis Hildesheim, ist der Wasserstand in der Nacht von Samstag auf Sonntag deutlicher gesunken, um zehn Zentimeter von 6,06 auf 5,96 Meter – und bis zum Abend auf 5,89 Meter (Stand: 17.45 Uhr). Der NLWKN hatte dort für das Wochenende keinerlei Veränderungen vorausgesagt, der Wasserstand ist unter die Vorhersage gefallen. Höchststand im Zuge des Hochwassers waren in Greene 6,58 Meter. Die höchste Meldestufe liegt dort bei 5,50 Metern.

Entspannung in Salzderhelden

Staubecken und Zuflüsse: Der Rückgang in Greene dürfte vor allem damit zu tun haben, dass der NLWKN seit Samstagnachmittag weniger Wasser aus dem großen Rückhaltebecken bei Salzderhelden in die Leine abgibt. Waren es lange 150 Kubikmeter pro Sekunde, sind es aktuell nur noch rund 119,6 (Sonntagfrüh: 130). Der Füllstand des Polders ist auf 36 Prozent gesunken. Dazu passt, dass die Leine-Pegel südlich von Salzderhelden und die Wasserstände des wichtigen Zuflusses Rhume zwischen Northeim und dem Harz fast alle unter die erste Meldestufe gefallen sind.

Innerste fällt weiter spürbar

Innerste: Der Wasserstand der Innerste bei Heinde ist in der Zwischenzeit weiter zurückgegangen. Er liegt am Sonntagabend bei 3,56 Metern – am Sonntagmorgen waren es noch 3,67 Meter, neun Zentimeter weniger als am Samstagabend. Die Tendenz ist weiter fallend. Bis die erste Meldestufe bei 3,30 Metern unterschritten wird, dürfte es allerdings noch einige Tage dauern.

Talsperre und Zuflüsse: Der Füllstand der Innerste-Talsperre hat sich weiter verringert. Am Sonntagabend liegt er bei 73,7 Prozent (Morgen: 74,9 Prozent), am Samstagabend waren es noch 75,5 Prozent. Der Stausee leert sich also ganz langsam, aber seit Tagen stetig. Derzeit fließen weiterhin rund zehn Kubikmeter hinaus.

Zuflüsse gehen zurück

Unterdessen ist die Lamme in Bad Salzdetfurth am frühen Sonntagmorgen unter die Zwei-Meter-Marke gefallen, am Abend um 17.30 Uhr liegt sie noch bei 1,96 Metern. Auch die Wasserstände der Nette in Groß Rhüden und der Neile bei Sehlde (Samtgemeinde Baddeckenstedt) gehen immer weiter zurück.

Regenmassen im Dezember – nun wird Frost erwartet

Der NLWKN hat inzwischen einen Auslöser für die schweren Überschwemmungen in ganz Niedersachsen benannt. Der Dezember vergangenen Jahres war landesweit einer der regenreichsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Im Mittel fielen in Niedersachsen 155 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. An der Messstation in Alfeld waren es sogar 162 Liter pro Quadratmeter. Noch weit heftiger waren die Regenfälle im Harz. In Braunlage wurden sogar mehr als 385 Liter pro Quadratmeter erreicht.

In der kommenden Woche soll es allerdings kälter werden, mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und kaum noch Niederschlägen. Selbst wenn, würden diese wie bereits in der Nacht zum Sonntag als Schnee fallen und vielerorts zumindest zunächst liegen bleiben.

  • Region
  • Kreis Hildesheim
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.