Überschwemmungen

Hochwasser im Kreis Hildesheim: Leine steigt weiter, Innerste auch wieder – Lage im Nordkreis verschärft sich

Kreis Hildesheim - Innerste und Leine schwellen am Sonntagnachmittag an. Vor allem rund um Sarstedt und Giesen verschärft sich die Lage, einige Orte im Nordkreis sind zunehmend schwer zu erreichen. Der Stand gegen 15 Uhr.

Das THW unterwegs zwischen Sarstedt und Ruthe. Der Straße droht die Sperrung - und Ruthe und Schliekum damit massive Einschränkungen. Foto: Heiko Stumpe

Kreis Hildesheim - Der Pegelstand der Innerste im Landkreis Hildesheim ist am Sonntagnachmittag an der Messstelle in Heinde wieder leicht gestiegen. Er erhöhet sich leicht von 6,06 auf 6,08 Meter – weil dadurch der stete Rückgang der vergangenen Stunden gestoppt ist, besorgt das die Verantwortlichen bei Feuerwehr und Behörden. Zumal der Wasserstand der Leine unvermindert steigt. Das führt vor allem im West- und Nordkreis zu Problemen, besonders bei Sarstedt und Giesen. In Sarstedt steigt der Wasserstand der Innerste weiter, weil sie nicht in die Leine abfließen kann.

Orte schwer erreichbar

Die beiden großen Flüsse im Landkreis liegen weiter deutlich über der dritten Meldestufe, es gibt Überschwemmungen. Giesen ist nicht über Ahrbergen erreichbar, berichtet die Polizei – zwischenzeitlich war auch die Verbindung nach Hasede gesperrt. In Sarstedt prüfen Polizei und Straßenmeisterei die Sperrung der zum Teil überschwemmten Straße zwischen Ruthe und Sarstedt. Die Verbindung von Ruthe nach Heisede ist schon gesperrt. Die Einwohner von Ruthe und Schliekum könnten bei einer weiteren Sperrung ihre Wohnorte nur über erhebliche Umwege verlassen. Weiter südlich entlang der Leine werden unter anderem in der Samtgemeinde Leinebergland und im Alfelder Bereich immer mehr Straßen gesperrt.

Der Pegelstand der Innerste bei Heinde erreichte am frühen Sonntagmorgen um 3.15 Uhr mit 6,25 Metern seinen bisherigen Höchstwert in der aktuellen Hochwasser-Situation. Am frühen Nachmittag lag der Wasserstand bei 6,06 Metern, inzwischen steigt er wieder leicht.

Nette schwillt wieder an

Ein wesentlicher Grund dafür dürfte die Nette sein. In Groß Rhüden steigt ihr Pegelstand wieder an und liegt inzwischen beim aktuellen Höchststand von 2,83 Metern, nachdem Rückhaltebecken volgelaufen sind. Das Nette-Wasser drückt nun in die Innerste.

Die Pegelstände zweier weiterer Innerste-Zuflüsse gehen indessen zurück. So stieg der Pegelstand der Lamme in Bad Salzdetfurth von 2,09 Metern am Samstagmorgen bis auf 3,30 Meter gegen Mitternacht. Bis zum Nachmittag war er wieder auf 2,56 Meter gefallen. An der Neile bei Sehlde (Samtgemeinde Baddeckenstedt) stieg der Pegelstand im Lauf des Samstags von 1,21 auf 2,33 Meter, sank bis zum Nachmittag aber wieder auf 1,75 Meter.

Talsperre hilft weiterhin

Die Orte entlang der Innerste profitieren aktuell immer noch massiv von der Innerste-Talsperre im Harz. In der Nacht nahm der Zufluss dort aufgrund starker Niederschläge stark zu. Pro Sekunde landeten am Sonntag über Stunden mehr als 30 Kubikmeter Wasser neu in dem Stausee, die Harzwasserwerke gaben aber nur rund elf Kubikmeter pro Sekunde ab. Das Hildesheimer Unternehmen profitiert dabei davon, dass die Innerste-Talsperre im Vergleich zu den anderen Reservoirs im Westharz noch recht viel Aufnahmekapazität hatte. Aktuell ist sie zu 76,2 Prozent gefüllt, kann also weiterhin viel Wasser zurückhalten.

Leine blockiert Innerste

An der Leine sieht es hingegen keineswegs nach Entspannung aus – im Gegenteil. Am Pegel Poppenburg bei Burgstemmen hatte der Wasserstand am Samstagnachmittag mit 3,50 Metern die dritte Meldestufe erreicht, bis zum Sonntagnachmittag stieg er weiter bis auf 4,15 Meter. Die Leine ist damit stärker gestiegen als vom NLWKN vorhergesagt. Das führt dazu, dass die Innerste bei Sarstedt nicht abfließen kann und es dort starke Überschwemmungen gibt.

Salzderhelden rettet Leine-Anlieger vor Schlimmerem

Auch entlang der Leine verhindert ein Staubecken weiterhin noch deutlich höhere Pegelstände: Der Polder Salzderhelden bei Einbeck hat sich bis Sonntagvormittag zu gut 36 Prozent gefüllt. Die aufgestaute Wassermenge entspricht inzwischen knapp zwei Drittel der Kapazität der Innerste-Talsperre.

Update:Hochwasser im Kreis Hildesheim am Montag: Innerste-Pegel nähert sich entgegen der Prognosen neuem Höchstwert



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