Sorge vor Überschwemmungen

Innerste-Pegel im Kreis Hildesheim überschreitet Sechs-Meter-Marke – Wasser dürfte weiter steigen

Kreis Hildesheim - Die Wasserstände von Innerste, Leine und ihren sind am Samstag zum Teil rasant gestiegen – und steigen weiter. Die aktuellen Wasserstände um 22 Uhr – und was sie für den Kreis Hildesheim bedeuten. (mit Video)

In Sarstedt läuft das Überlaufbecken Dickebast voll, die Feuerwehr hat eine mobile Hochwasserschutzwand aufgebaut. Foto: Tarek Abu Ajamieh

Kreis Hildesheim - Die Pegelstände von Innerste und Leine im Landkreis Hildesheim steigen seit dem frühen Morgen wieder an. Innerste und Leine haben am Nachmittag die dritte Meldestufe erreicht, am abend waren die Pegelstände noch deutlich höher. Nach wie vor sagt der Landesbetrieb für Wasser-, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) vor allem für Heiligabend einen weiteren Anstieg der Wasserstände voraus – und damit Überschwemmungen. Bis Heiligabend um 8 Uhr gilt zudem eine amtliche Dauerregen-Warnung.

Längst weit über Meldestufe 3

Der Pegelstand der Innerste bei Heinde betrug am Samstagmorgen 4,27 Meter. Am Nachmittag stieg er aber ziemlich schnell an. Um 17 Uhr erreichte er den Grenzwert der Meldestufe 3 (5,30 Meter), bis 22 Uhr war er auf 6,04 Meter gestiegen – 74 Zentimeter über der Meldestufe 3.

Für Heiligabend sagt der NLWKN Pegelstände um die 6.50 Meter voraus. voraus. Zum Vergleich: Beim Juli-Hochwasser 2017 erreichte die Innerste bei Heinde einen Rekordwert von 7,14 Metern.

Talsperre hilft, Pegel der Nette steigt rasant

Nach wie vor profitieren Anwohner der Flusses stark von der Innerste-Talsperre im Harz. Deren Füllgrad stieg nur geringfügig auf 76,2 Prozent, noch immer sind also ordentliche Kapazitäten zur Rückhaltung von Niederschlagswasser vorhanden. Den ganzen bisherigen Samstag über floss ungefähr genauso viel Wasser in den Stausee, wie die Harzwasserwerke auf der anderen Seite in den Fluss abließen. Am Freitag war der Zufluss stärker, bei gleicher Abgabe – die Talsperre hielt also Wasser zurück.

Allerdings sind am Samstag die Pegelstände dreier wichtiger Zuflüsse der Innerste im Kreis Hildesheim wieder an, nachdem sie am Vortag zurückgegangen waren. Der Pegelstand der Lamme in Bad Salzdetfurth stieg von 2,09 Metern am Samstagmorgen auf 3,23 Meter am Abend. Und er soll noch höher werden.

An der Nette in Groß Rhüden stieg der Pegelstand seit dem Morgen von zwei auf 2,80 Meter, ging am Abend aber wieder leicht auf 2,63 Meter zurück. Der NLWKN hat seine Vorhersage, der Pegel werde deutlich über drei Meter steigen, korrigiert, und sagt eher ein weiteres Absinken voraus. An der Neile bei Sehlde (Samtgemeinde Baddeckenstedt), einem weiteren Innerste-Zufluss, stieg der Pegelstand im Lauf des Samstags von 1,21 auf 2,26 Meter, Tendenz weiter steigend.

Leine: Salzderhelden verhindert bisher Schlimmeres

Eine ähnliche Tendenz wie an der Innerste herrscht an der Leine. In der Nacht ging der Wasserstand am Pegel Poppenburg bei Burgstemmen bis auf 3,18 Meter zurück, am Nachmittag erreichte er mit 3,50 Metern dann die dritte Meldestufe, am Abend lag er bei 3,68 Metern. Dort stabilisierte er sich zunächst. Die Prognose des NLWKN geht aber weiter von einem Pegelstand von vier Metern an Heiligabend aus, das dürfte auch im Süd- und Westkreis zu Überschwemmungen führen. Weiter südlichbei Greene scheint der Leine-Pegel gut 80 Zentimeter über der Meldestufe 3 seinen Höchststand schon erreicht zu haben.

Auch entlang der Leine verhindert ein Staubecken derzeit noch höhere Pegelstände: Der Polder Salzderhelden bei Einbeck füllte sich bis zum Freitagabend zu 17 Prozent, die in nur anderthalb Tagen dort aufgestaute Wassermenge entsprach etwa einem Drittel der Kapazität der Innerste-Talsperre. In den vergangenen Stunden ließ der NLWKN dort aber wieder mehr Wasser ab, als zufloss – wohl auch, um sich für erwartete neue Wassermassen zu rüsten. Am späten Samstagnachmittag lag der Füllgrad in Salzderhelden bei 11,2 Prozent, bis zum Abend stieg er dann aber wieder auf 15,6 Prozent.

Die HAZ informiert fortlaufend im Liveticker über das Hochwasser in der Region.

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