Kreis Hildesheim - Nachdem sich die Lage an der Innerste schon seit mehreren Tagen normalisiert hat, entspannt sich die Situation nun auch an der Leine im Landkreis Hildesheim zunehmend. Der Wasserstand des Flusses am Pegel Poppenburg bei Burgstemmen ist in der Nacht unter die dritte Meldestufe gefallen – zum ersten Mal seit zweieinhalb Wochen.
Seenplatten gehen zurück – oder frieren ein
Bei 3,50 Metern liegt diese Meldestufe in Burgstemmen. Wird sie erreicht, drohen großflächige Überschwemmungen. Die hat es seit Weihnachten entlang des gesamten Verlaufs der Leine im Landkreis Hildesheim zwischen Freden und Ruthe reichlich gegeben. Höchststand im Zuge des Hochwassers waren 4,42 Meter in der Nacht zum 28. Dezember. Massive Regenfälle in Südniedersachsen führten zu einem solchen Anschwellen der Leine, dass das riesige Rückhaltebecken bei Salzderhelden (Landkreis Northeim) binnen sechs Tagen volllief – und die Wassermassen in der Folge ungebremst nach Norden in Richtung des Landkreises Hildesheim flossen.
Im Westkreis führte das zu mehreren Straßensperrungen und zu vielen Quadratkilometern überfluteter Felder und Wiesen. Unter anderem zwischen Nordstemmen und Schloss Marienburg sowie bei Ruthe und Schliekum entstanden regelrechte Seenplatten, die in den vergangenen Tagen zum Teil zurückgegangen, zum Teil aber auch zugefroren sind. Bis zum Vormittag war der Wasserstand der Leine bei Burgstemmen um weitere zehn Zentimeter auf nun 3,40 Meter gefallen.
Polder Salzderhelden leert sich
Deutlich zurückgegangen ist der Wasserstand der Leine auch weiter südlich bei Greene. Binnen 24 Stunden fiel er dort um 33 Zentimeter auf jetzt noch 5,03 Meter, die Meldestufe 3 ist dort schon etwas länger unterschritten als bei Burgstemmen. Höchststand im Zuge des Hochwassers zum Jahreswechsel waren dort 6,58 Meter.
Der große Leine-Polder bei Salzderhelden ist inzwischen nur noch zu 22 Prozent gefüllt. Der Landesbetrieb für Wasser-, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hat die Abgabe von Wasser in die Leine zuletzt stufenweise auf inzwischen 100 Kubikmeter pro Sekunde reduziert, was den Oberlauf weiter entlastet. Da gleichzeitig aber auch immer weniger Wasser aus Südniedersachsen in das Rückhaltebecken fließt, sinkt dessen Füllstand stetig.
Engtspannung an der Talsperre
Unterdessen hat die Innerste mit einem Wasserstand von 3,02 Metern am Pegel Heinde sogar die erste von drei Meldestufen unterschritten. Auch an der Talsperre hat sich die Lage weiter entspannt. Inzwischen fließen nur noch knapp fünf Kubikmeter Wasser pro Sekunde in den Fluss ab, lange war es die doppelte Menge. Der Füllstand des Stausees beträgt 71,7 Prozent.
