Kreis Hildesheim - Die Pegelstände von Leine und Innerste im Landkreis Hildesheim sind in der Nacht zum Donnerstag weiter zurückgegangen. Während die Leine aber weiterhin nur zentimeterweise sinkt und immer noch sehr hoch steht, ist der Wasserstand der Innerste deutlich gefallen. Zudem schwächen sich die Niederschläge im Harz ab, der heftige Dauerregen dort und in Teilen Südniedersachsens scheint überstanden. Der Blick auf die beiden großen Zuflüsse, ihre Staubecken und die wichtigsten Nebenflüsse (Stand Donnerstag, 6.30 Uhr).
Leine-Pegel fällt minimal
Leine: Der Wasserstand der Leine bleibt auch am Donnerstag sehr hoch. Am Pegel Poppenburg bei Burgstemmen betrug der Stand am Donnerstagmorgen 4,07 Meter und damit drei Zentimeter weniger als am Abend zuvor. Damit ist der Wasserstand seit dem 30. Dezember weitgehend kontinuierlich zurückgegangen – aber nur um ganze 31 Zentimeter. Viele Felder und Wiesen im Westkreis sind seit mehr als einer Woche überschwemmt.
Der Landesbetrieb für Wasser-, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) erwartet für Donnerstag und Freitag einen weiteren geringfügigen Rückgang, aber weiterhin einen Wasserstand oberhalb von vier Metern und erst recht weiter deutlich oberhalb der dritten und höchsten Meldestufe von 3,50 Metern.
Am Pegel in Greene, also zwischen dem Rückhaltebecken Salzderhelden und dem Landkreis Hildesheim, ist der Wasserstand entgegen einer Rückgangs-Prognose des NLWKN gegenüber dem Vortag fast unverändert und liegt bei 6,18 Metern. Auch dort sinkt der Pegelstand seit Tagen nur im Zentimeterbereich. Die höchste Meldestufe liegt dort bei 5,50 Metern.
Viel Platz in Salzderhelden
Staubecken und Zuflüsse: Ein Grund dafür könnte sein, dass der NLWKN weiterhin erhebliche Wassermengen aus dem großen Rückhaltebecken bei Salzderhelden abgibt. Am Donnerstagmorgen lag der Abfluss weiter bei gut 150 Kubikmetern pro Sekunde. Der Polder, ohne den die Leine in den vergangenen Tagen auch im Kreis Hildesheim wohl noch weit schwerere Überschwemmungen angerichtet hätte, ist jetzt zu 26,4 Prozent gefüllt. Das sind zwei Prozentpunkte mehr als am Vortag, es fließt also minimal mehr Wasser in den Polder hinein als heraus. Über Weihnachten und „zwischen den Jahren“ war der Polder binnen sechs Tagen komplett vollgelaufen.
Rhume steigt wieder an
Der Pegelstand des wichtigsten Leine-Zuflusses in Südniedersachsen, der Rhume, ist in der Nacht wieder gestiegen – von 1,97 auf 2,28 Meter. Das ist der höchste Stand an der Rhume seit einer Woche, liegt aber noch weit unter ihrem Höchststand im Zuge des aktuellen Hochwassers von 3,43 Metern. Der NLWKN sagt allerdings für Donnerstag einen deutlichen Rückgang voraus. Ein wichtiger Zufluss der Rhume ist die Söse aus dem Harz, deren Talsperre aktuell zu 80,3 Prozent gefüllt ist.
Innerste unter Meldestufe 2
Innerste: Der Pegelstand der Innerste bei Heinde ist in der Nacht weiter gesunken und unter die Meldestufe 2 gefallen. Am Donnerstagmorgen stand das Wasser noch bei 4,23 Metern und damit 20 Zentimeter unter dem Wert vom Mittwochabend. Höchststand im aktuellen Hochwasser waren 6,26 Meter, die dritte und höchste Meldestufe liegt bei 5,30 Metern. Der NLWKN erwartet für die nächsten 24 Stunden sogar ein Unterschreiten der Vier-Meter-Marke.
Talsperre und Zuflüsse: Der Füllstand der Innerste-Talsperre liegt weiterhin stabil bei 76,7 Prozent. Derzeit landen pro Sekunde 9,2 Kubikmeter Wasser in dem Stausee, die Hildesheimer Harzwasserwerke geben weiterhin zehn Kubikmeter pro Sekunde ab. Die Befürchtung, durch Dauerregen im Harz könnte die Talsperre wieder volllaufen, hat sich bisher nicht erfüllt. Zudem haben die Harzwasserwerke angesichts des deutlich gesunkenen Pegelstandes der Innerste wieder mehr Optionen, um im Zweifel wieder mehr Wasser aus der Talsperre in den Fluss abzulassen.
Pegelstände der Zuflüsse stabil
Drei wichtige Innerste-Zuflüsse blieben in der Nacht zum Donnerstag weitgehend stabil und üben weiterhin nur wenig Druck auf den Fluss aus. Der Pegelstand der Nette bei Groß Rhüden stieg in der Nacht minimal von 2,14 auf 2,16 Meter. Höchststand im Zuge des aktuellen Hochwassers waren 3,11 Meter.
Ähnlich verlief die Entwicklung der Lamme in Bad Salzdetfurth. In der Nacht fiel der Pegelstand dort zunächst weiter bis auf 2,15 Meter, stieg dann bis zum Morgen auf 2,19 Meter. Von kritischen Pegelständen ist die Lamme aber derzeit weit entfernt: Höchststand im Zuge des aktuellen Hochwassers waren 3,30 Meter. An der Neile bei Sehlde (Samtgemeinde Baddeckenstedt) fiel der Pegelstand in der Nacht um einen Zentimeter auf nunmehr 1,15 Meter. Höchststand im Zuge des aktuellen Hochwassers waren dort 2,33 Meter.
