Hildesheim - Es klingt nach einem vorsichtigen Aufatmen, mindestens aber ist es ein Luftholen bei dem großen Feuerwehreinsatz über die Weihnachtstage 2023. „Wenn es mit den Pegelständen so bleibt wie derzeit prognostiziert, dann reichen unsere Maßnahmen aus“, sagt Florian Kröhl, der Pressesprecher der Berufsfeuerwehr Hildesheim am Sonntagmorgen.
In der Nacht haben die Kameradinnen und Kameraden der Ortsfeuerwehr Itzum ihre Deichaufstockungs-Aktionen an der Scharfen Ecke in Itzum beendet, auch andere Ortswehren sind dort stundenlang im Einsatz, etwa die Ehrenamtlichen aus Einum und Achtum/Uppen. Um 22 Uhr war die Krone des Erdwalls so weit erhöht, dass sie von nun an lediglich noch von so genannten Deichgrafen inspiziert werden musste.
Der mobile Hochwasserdamm liegt – noch ohne Wasserkontakt
An der zweiten Krisen-Stelle im Hildesheimer Stadtgebiet, der Straße Große Venedig gegenüber der Jowiese, gehen in diesen Minuten die Arbeiten am mobilen Hochwasserdamm Floodtube zu Ende. Kröhl zufolge sind die einen Meter hohen Röhren weitestgehend mit Wasser befüllt. Es seien derzeit lediglich noch Nachfüllarbeiten nötig. Bislang reicht der Wasserpegel der Innerste nicht an die Röhren heran. Insgesamt haben die Einsatzkräfte am Bauhof 10.000 Sandsäcke befüllt, die Arbeiten wurden am späten Samstagabend jedoch in den „Ruhezustand“ versetzt. Auch das ein gutes Zeichen.
Derzeit ist auch die Drohnengruppe der Berufsfeuerwehr Hildesheim wieder am Start, um in Itzum und im Bereich Überlaufbecken und Große Venedig die Hochwasserlage aus der Luft zu begutachten, um feststellen zu können, wie sich die Lage seit den Abendstunden am Sonnabend entwickelt hat.
Feuerwehr Hildesheim: Vorsichtig optimistisch
Kröhl: „Wir stützen uns auf die Sieben-Tage-Prognose des NLWKN. Und wenn das so eintrifft wie erwartet, dann werden wir die Folgen des Hochwassers auch beherrschen können.“ Am Sonnabend rückte die Hildesheimer Feuerwehr sechsmal zu Hilfeleistungen aus, Keller mussten ausgepumpt werden. „Das sind allerdings Einsätze, die wir auch bei einem normalen Starkregen haben“, sagte Kröhl.
Nach wie vor ist die Straße am Hohnsen gesperrt. Auch die Radwege entlang der Innerste können der Stadt zufolge bis auf weiteres nicht genutzt werden.
Die HAZ informiert fortlaufend im Liveticker über das Hochwasser in der Region.

