Tonnenschwere Wassersperren

Hochwasserschutz landet in Hildesheim im Fluss: Waren es Kinder?

Hildesheim - An der Innerste in Hildesheim ist das mobile Hochwasserschutzsystem im Fluss gelandet und beschädigt worden. Die Polizei sucht nach einer 30-köpfigen Gruppe mit Kindern, die am Silvesterabend darauf herumkletterten. Hinweise unter 05121/939-115.

Mit einem Bagger haben die Einsatzkräfte die teils zerstörten Röhren aus der Innerste geholt. Foto: Polizei

Hildesheim - Sie sollen die Hildesheimerinnen und Hildesheimer vor den Folgen des Hochwassers an der Innerste schützen: Doch jetzt sind mehrere Teile der mobilen Hochwasserschutz-Röhren Floodtube an der Straße Große Venedig beschädigt im Fluss gefunden worden. Die Feuerwehr spricht von einem Sachschaden in der Höhe von 50.000 Euro. Im Verdacht ist eine Gruppe, zu der auch Kinder gehören sollen. Augenzeugen zufolge haben die Kinder auf den Röhren gespielt. Jetzt sucht die Polizei nach den Unbekannten.

Es waren Anwohner der Straße Große Venedig, die den Schaden zuerst am Neujahrsmorgen entdeckt und der Polizei und der Feuerwehr gemeldet haben. Insgesamt sieben der Doppelröhren schwammen in der Innerste und waren zum Teil so stark beschädigt, dass sie nicht wieder repariert werden konnten. Für die ehrenamtlichen Retter der Ortsfeuerwehr Ochtersum folgte ein stundenlanger Einsatz am Neujahrstag, weil sie versuchen mussten, die tonnenschweren, mit Wasser gefüllten Röhren wieder aus dem Fluss zu bekommen. Dafür rückten auch Mitarbeiter des städtischen Bauhofs mit einem Bagger an, um die ehrenamtlichen Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Zwei der Röhrenelemente konnten nicht wieder eingesetzt werden. Die übrigen Röhren wurden auf einer Länge von 100 Metern wieder aufgebaut und in Betrieb genommen. Der Einsatz der Feuerwehrleute dauerte bis 16 Uhr.

Feuerwehr spricht von „Schwachsinnsaktion“

„Aus meiner Sicht ist das eine absolute Schwachsinnsaktion“, sagt Marcus Illemann, der Einsatzleiter der Hildesheimer Berufsfeuerwehr. Konsterniert stellten die ehrenamtlichen Retter zudem fest, dass ihr Reparatur-Einsatz am Neujahrstag nicht bei allen gut ankam. So habe es gleich mehrfach Spaziergänger gegeben, die nicht akzeptieren wollten, dass der Gehweg für die Dauer der Bergungs-Aktion gesperrt werden musste. Mehrfach sollen die freiwilligen Einsatzkräfte dabei auch beleidigt worden sein. So sollen die wütenden Spaziergänger geklagt haben, dass sie den Weg „immer benutzen“ würden, weshalb sie auch diesmal unbedingt durchgelassen werden müssten.

Wie die Polizei meldet, konzentrieren sich die Ermittlungen zum Schadensfall auf eine etwa 30 Menschen umfassende Gruppe, die am Silvesterabend dabei beobachtet wurde, wie sie sich im Bereich der Röhren auf Höhe der Tennishalle aufhielten. Dabei sollen die Kinder auf den Röhren herumgeklettert sein. Was dann passierte, ist bislang völlig unklar.

Wer Hinweise auf die Verursacher des Schadens geben kann, wird gebeten, sich bei der Hildesheimer Polizei unter der Tel.-Nr. 05121 / 939-115 zu melden.

Update: An Silvester zerstörter Hochwasserschutz an der Innerste erneut beschädigt: Engagement der Hildesheimer Einsatzkräfte „mit Füßen getreten“

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