Kreis Hildesheim - Der Hochwasserschutzverband Innerste startet mit seinem ersten Projekt. In diesen Tagen sollen an der Nette in Rhüden vorbereitende Arbeiten beginnen – und damals erstmals ein Vorhaben des Verbandes sichtbar werden. Dabei werden Gehölze am Netteufer gerodet. Zudem wird ein Hilfspegel installiert, weil die eigentliche Messstelle während der auf zwei Jahre angesetzten Bauarbeiten nicht genutzt werden kann. Das hat Verbandsgeschäftsführer Karsten Dolatka angekündigt.
Angebote diesmal besser
Die eigentlichen Bauarbeiten sollen im Mai beginnen. Ziel ist es, das Flussbett der Nette in Rhüden auszubauen, so dass es mehr Wasser aufnehmen kann. Das soll zum einen die Gefahr von Überschwemmungen in und um Rhüden verringern. Zum anderen soll aber auch der Landkreis Hildesheim profitieren. Denn die Nette fließt ab Bornum nordwärts durch den Landkreis Hildesheim, unter anderem an Bockenem und Holle vorbei, und mündet schließlich nordwestlich von Derneburg in die Innerste. Passt am Oberlauf mehr Wasser ins Flussbett, so das Kalkül, kommen bei Hochwasser eventuelle Flutwellen auch mit weniger Wucht in der Innerste an.
Ursprünglich hatte der Ausbau der Nette schon früher beginnen sollen. Doch als der Hochwasserschutz-Verband das Projekt im Herbst erstmals ausschrieb, ging nur ein Angebot ein – und das war den Verantwortlichen zu teuer. Die erneute Ausschreibung der Arbeiten lief dann besser. „Es sind mehrere Angebote mit einem guten Preis eingegangen“, berichtet Dolatka. „Ich bin sicher, die Arbeiten nun beauftragen und im Mai beginnen zu können. Derzeit würden die eingereichten Angebote geprüft und ausgewertet – welche Firma den Zuschlag bekomme, könne er deshalb aktuell noch nicht sagen.
Kritik wurde lauter
Die Erste Kreisrätin und Verbandsvorsteherin Evelin Wißmann zeigt sich erfreut, dass es nun endlich losgehen könne. „Es ist wichtig nicht nur zu planen, sondern auch Maßnahmen für den Hochwasserschutz umzusetzen“, erklärte sie. Tatsächlich war in den vergangenen Monaten die Kritik immer lauter geworden, weil fünfeinhalb Jahre nach dem verheerenden Hochwasser im Juli 2017 zwar einzelne kleine Schutzprojekte umgesetzt oder begonnen wurden – etwa in Klein Düngen. Der von Kreis und Stadt Hildesheim sowie den Kreisen Goslar und Wolfenbüttel und der Stadt Salzgitter gegründete überregionale Verband hatte hingegen bislang nichts umgesetzt.
