Handwerksbetriebe

Hohe Nachfrage im Kreis Hildesheim: Viele wollen Keller nach Hochwasser besser abdichten

Kreis Hildesheim - Ob vom Hochwasser über die Weihnachtstage direkt betroffen oder nicht – viele Hausbesitzer aus dem Kreis Hildesheim wollen ihre Gebäude besser schützen. Manche Arbeiten können aber nicht direkt starten.

Damit der Keller überhaupt abgedichtet werden kann, muss das Wasser erstmal aus den Räumen geschafft werden – im Kreis Hildesheim gibt es weitere Gründe, warum Handwerksarbeiten noch nicht direkt beginnen. Foto: Roberto Pfeil/dpa

Kreis Hildesheim - Das Hochwasser im Kreis Hildesheim über die Weihnachtstage hat Spuren hinterlassen – auch bei jenen Hausbesitzern, deren Eigentum unversehrt blieb. Denn: Beim nächsten Hochwasser könnte man weniger Glück haben. Die Anfragen bei Handwerksbetrieben für Kellerabdichtungen sind in den vergangenen beiden Wochen deshalb bei vielen Anbietern gestiegen, teilweise extrem.

So klingelte das Telefon des Unternehmens Freimuth Bautenschutz aus Bad Salzdetfurth zwischen Weihnachten und Silvester ständig, wie Geschäftsleiter Helge Achmus sagt. Grundsätzlich gibt es bei Hochwasser-Ereignissen wie denen zum Jahreswechsel zwei Szenarien, erklärt er. Entweder, das komplette Grundstück mitsamt Gebäude steht unter Wasser, dieses dringt bereits durch Türen und Fenster ein – da kann dann auch die Firma nichts machen. Oder – das oftmals weit verbreitetere Problem – das Grundwasser steigt so stark an, dass das Wasser in den Keller läuft. „Und das sind dann die Leute, denen wir helfen können“, so der Geschäftsführer.

Bodenanschlussfuge ist oft das Problem

Das Wasser findet seinen Weg in den meisten Fällen über die Bodenanschlussfuge ins Haus. Heißt: Ist diese wasserdicht abgesichert, verringert sich das Risiko, im Keller nasse Füße zu kriegen. Das Unternehmen nutzt dafür ein spezielles Zweikomponenten-Reaktionsharz auf Epoxidharzbasis. Damit das zum Einsatz kommen kann, muss das Wasser aber erstmal aus dem Keller raus. Aktuell gibt es bei Freimuth Bautenschutz Termine mit Vorlaufzeit von vier bis sechs Wochen, wie Achmus sagt.

Auch das Wetter spielt eine Rolle bei der Kellerabdichtung. Philipp Kehe vom Hildesheimer Unternehmen Kehe Bau erklärt, dass Innenabdichtungen jederzeit vorgenommen werden können. Für die Außenabdichtung braucht es allerdings Plusgrade und trockenes Wetter. Kellerabdichtung lohnt sich seiner Meinung nach grundsätzlich für jeden Hausbesitzer.

Ableitung von Regenwasser

„Auf Kellerwände drückt häufig Wasser aus dem angrenzenden Bodenbereich. Aber auch Oberflächenwasser, Schlag- oder Starkregen, eine mangelhafte Regenwasserableitung sowie ein hoher Grundwasserspiegel können schnell zum Problem für Kellerböden und Kellerwände werden“, so Kehe.

Für ihn die grundsätzlich wichtigste Maßnahme: Die Entwässerung und Ableitung von Regenwasser. Regenfallrohre und Regenwasserrohre im Erdreich müssen intakt und dürfen nicht durch Laub oder Wurzeln verstopft sein. „Ohne eine effektive Kellerabdichtung bleibt jede Nutzung des Kellers ein erhebliches Risiko“, sagt Kehe. Nach den regenreichen Tagen an den Weihnachtsfeiertagen sei auch bei ihm die Nachfrage stark gestiegen.

Große Nachfrage auch in Diekholzen und Bockenem

„Man merkt, dass die Bürger sich dagegen wappnen wollen“, sagt auch Daniel Bol vom gleichnamigen Maurermeisterbetrieb aus Bockenem. Dabei geht es aber nicht nur um Kellerabdichtungen. „Viele wollen auch Pumpenschächte einbauen, damit man das Wasser im Falle von Überschwemmungen schneller rauspumpen kann.“

Große Nachfrage – aber: gibt es überhaupt genug Fachkräfte? Saim Celik von SC Dienstleistungen aus Diekholzen sagt klar: Nein. „Mitarbeiter zu finden ist immer noch ein großes Problem“, so Celik. Auch er habe viele Anfragen für Kellerabdichtungen bekommen; die Arbeit dafür starte aber erst ab Ende März, wenn das Wetter stabiler ist.

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