Hildesheim - „Ich bin erstaunt, was wir in einem Jahr in dieser Gemeinschaft erreicht haben“, berichtet Eckhard Homeister, Wirtschaftsförderer der Stadt Hildesheim. Gemeint ist die Quartiersgemeinschaft Bernwardstraße/Angoulêmeplatz, die sich aus lokalen Unternehmern im Bahnhofsviertel zusammensetzt. Am Dienstagabend traf man sich zum fünften Mal und blickte auf die Erfolge im vergangenen Jahr zurück.
Ziemlich genau vor einem Jahr, im Januar 2022, traf die Gemeinschaft sich das erste Mal und erstellte gleich eine ganze Liste mit Problemen im Quartier und insbesondere am Angoulêmeplatz. Dieser hat demnach drei Hauptprobleme: mangelnde Sauberkeit und Sicherheit sowie fehlende Veranstaltungen.
Sauberkeit verbessert
Die Sauberkeit ist laut Homeister verbessert worden. Insbesondere durch einen Mittagsreinigungsdienst und zwei zusätzliche Mitarbeitende in der Stadtreinigung. Was erstmal nach nicht viel klingen mag, scheint durchaus eine Wirkung zu haben. „Es ist merkbar sauberer geworden – ganz toll!“, lobte eine lokale Unternehmerin.
Das andere Problem ist die Sicherheit oder besser die gefühlte Sicherheit, wie Homeister erklärt: „Die Sicherheit ist nicht direkt beeinflussbar, aber hintenherum schon, nämlich durch die soziale Kontrolle“. Das heißt in der Theorie: Je mehr Menschen vor Ort sind, desto sicherer fühlen sich alle Anwesenden. Um das zu erreichen, setzt der Wirtschaftsförderer „auf vier Säulen. Das Café Hilde, das Puls und die komplette Quartiersgemeinschaft. Sowie natürlich auch auf die AWO.“
AWO plant EDV-Center mit Copyshop
Diese plant nämlich laut Thomas Clausen vom AWO, in der Friedrichstraße 7 und 8 ein EDV-Center mit öffentlichem Copyshop zu eröffnen. Dort sollen dann etwa 27 behinderte Menschen mit drei Pflegern Internet-Seiten erstellen und eine Übungsfirma betreiben, in der man den normalen Alltag im Berufsleben simulieren kann. Ein weiterer Schritt, nach dem Café Hilde und dem Puls, um das Viertel zu beleben.
Dazu sollen Veranstaltungen kommen. Im vergangenen Jahr waren es bereits vier im Quartier: Die EVI-Lichtungen, die Mobilitätsmeile, das Weihnachtsfunkeln und das Hi-light-Shopping. In diesem Jahr kommt möglicherweise das Literaturfest Prosanova hinzu. Darum bemüht sich Homeister. „Auch wenn wir es nicht bekommen, das Wichtigste ist, dass wir wieder auf dem Veranstaltungskalender sind. Da kommt man nicht so schnell an uns vorbei.“
Viertel soll optisch ansprechender werden
Damit man noch mehr Menschen erreicht, soll das Viertel auch optisch ansprechender werden. Hauptsächlich gefördert durch das Innenstadtmanagement ZIZ sollen Ende 2023 drei Fassaden erneuert werden, außerdem sollen irgendwann mehr Lampen den Angoulemeplatz erleuchten. Daneben wird auch das Puls bis zum 30. April eine neue Fassade mit einem Mix aus blauen, gelben und roten Farbflächen bekommen.
Im März wird bereits das erste von der ZIZ finanzierte Projekt stehen: eine „Wohlfühloase“ vor der Bäckerei Duygu in der Bahnhofsallee. Organisiert und geplant wurde dieses Vorhaben von den HAWK-Studenten Stefan Raven und Ibrahim Nayir. Dort wird eine Parkbucht mit einer grob fünf Meter langen Holzplatte dem Niveau des Bürgersteigs angeglichen. Auf dieser Platte soll dann eine geschwungene Holzbank mit drei Blumenkästen platziert werden. Und zwar in den Farben Rot, Orange und Gelb, was „dem Hildesheimer Wappen nachempfunden ist“, berichtet Nayir. Kosten: grob 8000 Euro.
