Hildesheim - Die neue Weinkönigin heißt Laura Molzahn. Die 28-Jährige ist in Hildesheim keine Unbekannte, sondern sowohl im Sport als auch im Einzelhandel aktiv. „Mir ist es wichtig, junge Leute zu ermutigen, sich was zu trauen“, erklärt die gebürtige Hildesheimerin ihre Bewerbung um das Amt. Die neue Weinkönigin ist keine Weinkennerin, gibt sie freimütig zu. Aber ihr Motto sei: einfach machen. Diese Philosophie rührt auch daher, dass sie früh und oft mit dem Tod konfrontiert war.
Molzahn betreibt seit Januar 2024 D’Agama, die Boutique für Kinder- und Jugendmode in der Schuhstraße. Sie ist ausgebildete Kauffrau für Büromanagement und schmeißt den Laden allein. „Nur meine Mutter springt bei Bedarf für mich ein“, erzählt sie. Mit der Krönung auf dem Weinfest an Himmelfahrt dürften die Gelegenheiten zunehmen. „Ich fand die Weinkönigin immer schon cool“, verrät Molzahn. „Jetzt habe ich es einfach gemacht.“
Keine Kennerin, trotzdem Königin
Dabei ist die junge Frau keine Kennerin. „Ich schmecke schon, ob ein Wein trocken oder lieblich ist, habe sonst aber nicht so den Plan“, gibt sie zu und lacht. Jetzt will sie die Weinkultur kennenlernen. Ihr Antrieb, sich zu bewerben, war die Verbundenheit zu ihrer Heimat. „Im Einzelhandel habe ich gelernt, wie wichtig Marketing ist und die Stadt zu repräsentieren“, erklärt sie.
Außerdem wolle sie mit ihrer Geschichte junge Leute inspirieren. „Ich finde, man sollte sich trauen, aus der Masse zu stechen“, betont sie. So habe sie bisher ihr Leben geführt. 20 Jahre lang hat sie Ballett bei Saltazio getanzt und war Teil der Wettkampf-Gruppe. Jahrelang ist sie geritten beim Reitverein Harsum. Von ihrem Pferd hat sie sich mittlerweile getrennt. Jetzt hat sie einen achtjährigen Dackel. Mit 23 Jahren hat sie das Ballett aufgegeben und gibt jetzt Sportkurse bei Elan.
Das gab den Ausschlag für Laura Molzahn
„Ich finde, alles im Leben hat seine Zeit“, erklärt sie. Jetzt sei eben die Zeit, selbstständige Geschäftsfrau und Weinkönigin zu sein. Das Leben im Moment hat sie auch aus ihrer Jugend. Ihre Eltern betreiben das Beerdigungsinstitut Fechtler Bestattungen. Molzahn hat lange dort im Büro gearbeitet. „Dadurch war ich 24/7 mit dem Tod konfrontiert“, erinnert sie sich. „Auch wenn es nicht immer leicht ist, lebe ich so: Wenn ich Bock auf etwas habe, dann mache ich das.“
Diese Einstellung hat wohl auch den Ausschlag für ihre Wahl gegeben, erklärt Axel Kusch aus dem Weinkonvent Hildesheim. „Von Anfang an, hatten wir den Eindruck: Das passt“, bestätigt er. „Die Aura, die Persönlichkeit, die Empathie – und die Lust darauf.“
