Kolumne Gefundenes Fressen

Hundesteuer in Hildesheim – warum nicht endlich auch eine Katzen-, Schaf- und Meerschweinchensteuer?

Hildesheim - In Hildesheim wird derzeit heftig über die Hundesteuer debattiert. Aber bei den Hunden kann doch nicht nicht Schluss sein! Was Steuern betrifft, gibt es noch sehr viele ungenutzte Ideen, meint HAZ-Kolumnistin Kathi Flau.

Die Kolumne Gefundenes Fressen erscheint jeden Montag in der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung. Foto: HAZ

Hildesheim - In Hildesheim wird derzeit heftig über die Hundesteuer debattiert, die in unserer schönen Stadt weit über dem bundesweiten Durchschnitt liegt. Da fragt unser Leser Herr T. völlig zu Recht: Wenn es eine Hundesteuer gibt – warum gibt es dann keine Katzensteuer? Eine brillante Idee, wie ich finde, her mit der Katzensteuer!

Und wo wir schon dabei sind: Was ist mit der Meerschweinchensteuer, der Goldfisch-, Pferde- und Schafsteuer? Manche Leute halten ja sogar Schlangen, die könnte man sogar nach Länge oder Giftigkeit besteuern, das wäre doch super. Dann bräuchten sich die Hundebesitzer auch endlich nicht mehr zu beschweren, dass es trotz ihrer Steuern fast nirgends Beutelspender oder extra aufgestellte Müllbehälter für die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner gibt – wo gibt’s denn sowas, dass man für seine Steuern jetzt auch noch eine Gegenleistung erwartet? Von dem Gedanken, dass er für sein Geld was bekommt, muss sich der Steuerzahler endlich mal frei machen. Hundkatzemaus, ganz egal, es wird gezahlt und gut.

Wer seinen Bart behalten will, muss Steuern zahlen

Und falls die Einnahmen dann noch nicht reichen, könnte ein Blick in die Geschichtsbücher helfen: In Russland erhob Zar Peter der Große seit 1698 eine Bartsteuer, um sein Land nach westeuropäischem Vorbild zu modernisieren. Wer seinen Bart behalten wollte, musste zahlen. König Friedrich I. von Preußen verlangte um 1700 eine Steuer von 3 Talern für jede in der Öffentlichkeit getragene Perücke. Und im 18. Jahrhundert mussten in Berlin unverheiratete Frauen zwischen 20 und 40 Jahren eine Jungfernsteuer von 2 Groschen entrichten.

Strengt euch mal an da drüben im Rathaus, da geht noch was! Wir Hildesheimer, wir stecken doch voll. Und unsere Stadt ist uns jeden Pfennig wert. Stimmt doch, Herr T., oder?

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