Bahnverkehr

ICE-Halte in Hildesheim: Fahrgäste müssen weiter warten

Hildesheim - Eigentlich sollten ICE-Züge zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember wieder im Hildesheimer Hauptbahnhof starten. Doch die Bahn kann diesen Zeitplan nicht einhalten.

Fernzüge sollen auch wieder in Hildesheim stoppen - jedoch später als geplant. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Die Region Hildesheim bleibt noch einige Tage mehr vom Fernverkehr abgekoppelt. Noch bis Freitag, 16. Dezember, ist ein Halt der ICE-Züge im Hildesheimer Hauptbahnhof nicht möglich. Grund ist eine verzögerte Freigabe des Streckenabschnitts Weddeler Schleife bei Fallersleben. Dort sollten eigentlich ab 11. Dezember wieder ICE rollen – doch das ist nicht möglich. Denn die Bahn muss Personal umschichten. Das liegt an dem Güterzugunglück bei Leiferde, das umfangreiche Reparaturen auf der wichtigen Strecke zwischen Hannover und Berlin erfordert.

„Wegen der weitreichenden Folgen für den Bahnverkehr in Deutschland wurden für die Arbeiten zwischen Hannover und Berlin alle verfügbaren Ressourcen eingesetzt“, berichtete eine Bahnsprecherin am Mittwoch auf HAZ-Nachfrage. Und das habe Auswirkungen auf die geplante Baustelle auf der Strecke zwischen Braunschweig und Wolfsburg (Weddeler Schleife). Ursprünglich sollten die Arbeiten am 10. Dezember abgeschlossen sein. „Das ist enttäuschend, weil die Fahrgäste noch länger Geduld aufbringen müssen“, so Dors Schupp vom Hildesheimer Kreisverband des Verkehrsclubs Deutschland (VCD).

Böse Überraschungen

Wie die HAZ erfuhr, mussten offenbar Fachleute von dem Großprojekt Weddeler Schleife abgezogen werden. Nun aber sollen die Fernzüge ab kommenden Freitag, 16. Dezember, auch wieder in Hildesheim halten. Aber: Die Bahn schränkt diese Ankündigung mit dem Zusatz „voraussichtlich“ ein. Darüber informiert ein Laufband an der Anzeigetafel im Hildesheimer Hauptbahnhof. Hunderte Pendelnde und Reisende, die in Hildesheim in die ICE Richtung Berlin oder auch nach Frankfurt und in die Schweiz steigen, sollten sich vor ihrer geplanten Abfahrt online informieren – um sich vor bösen Überraschungen auf dem Bahnsteig zu wappnen. Dazu rät auch der Fahrgastverband Pro Bahn ausdrücklich.

Schon seit vergangenem Oktober ist die Region Hildesheim vom Fernverkehr abgekoppelt. Die ICE-Strecke zwischen Braunschweig und Wolfsburg war gesperrt, weil sie für weiteren und vor allem möglichst pünktlichen Bahnverkehr ausgebaut werden soll. Dazu gehören laut Bahn langwierige Arbeiten an ihrer Infrastruktur. Entlang der Weddeler Schleife entsteht ein zweites Gleis. ICE-Nutzer müssen daher auch in Zukunft mit Zugausfällen rechnen: Der Streckenausbau soll bis August 2023 weitergehen – Pendler müssen währenddessen mit vier weiteren Sperrungen und wochen- bis monatelangen Störungen rechnen.

Nach Angaben der Deutschen Bahn passieren täglich im Schnitt 260 Personen- und 35 Güterzüge den Hauptbahnhof Hildesheim.

Wo es Informationen gibt

Fahrplanänderungen werden in den elektronischen Bahnmedien veröffentlicht. Auskunft über sie gibt es auch über die DB-Telefonnummer 0 30/29 70. Zur Verfügung steht ebenfalls die DB App Navigator.

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