Hildesheim - Kino ist ja immer was Tolles. Man sucht sich einen schönen Film aus, ersteht einen überdimensionalen Eimer Popcorn und nimmt in einem samtigen Sessel Platz, wo man gespannt darauf wartet, dass das Licht ausgehen und sich der Vorhang öffnen möge. Allein für diesen Augenblick der Vorfreude lohnt sich das viele Geld – unabhängig vom eigentlichen Film, der nun ja erst losgeht.
Der schlechteste Film des Jahres – dabei geht das gerade erst los
Was meinen Sie: Ob uns der Thega Filmpalast demnächst auch „Melania“ anbieten wird, die derzeit weltweit kursierende Doku über die amerikanische First Lady? Einerseits hoffe ich es: Man will ja mitreden können. Ob es stimmt, was die Zeitschrift „Variety“ schreibt? Der Film, heißt es da, sei so schlecht, dass das Publikum sogar dann schnurstracks den Raum verlassen würde, wenn man ihn in einem Flugzeug zeigen würde. Aus London folgt die Nachricht, dass für eine Vorführung nur ein einziges Ticket gebucht worden sei – von einem IT-Mann, der dachte, das Buchungssystem sei abgestürzt, weil kein Schwein eine Karte kaufte, und der nun einen Testkauf probierte. Und die Berliner Morgenpost nannte die Doku vor einigen Tagen den „schlechtesten Film des Jahres, dabei ist es erst Januar“.
Das ist lustig. Doch allmählich hege ich den Verdacht, diese Geschichten sind viel lustiger als der Streifen selbst. Deshalb hier ein Vorschlag: Vielleicht würde es sich lohnen, die Reaktionen auf „Melania“ einzusammeln und zu einem eigenen Kinofilm zu verarbeiten. Legt los, ihr Dokumentatoren, verehrte Filmemacher, geliebtes Thega! Eine Karte zumindest habt ihr quasi schon verkauft. Erste Reihe, Eimer Popcorn, das bin ich.
