Extravaganz und Wohlfühlen

Im Kleid oder in Jeans? Was für Hildesheimer Model Alicija Köhler den perfekten Cocktail-Abend ausmacht

Hildesheim - Als Teilnehmerin bei „Germany’s Next Topmodel“ wurde Alicija-Laureen Köhler aus Wendhausen berühmt. Mittlerweile wohnt die Influencerin in Hildesheim und verrät der HAZ wie man einen Abend in einer Bar zu einem Mode-Erlebnis macht.

Alicija Köhler mit ihrem Lieblings-Cocktail in einer Hildesheimer Bar. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Beim Cocktail-Trinken geht es nicht nur darum, was im Glas passiert. Nein, gerade mit einem edlen Drink in der Hand will man auch das Ambiente genießen, die Atmosphäre aufsaugen – und an der Bar gut aussehen. Wie man das schafft, ohne sich zu stressen oder zu verkleiden, hat die HAZ Alicija-Laureen Köhler gefragt. Die 23-Jährige aus Wendhausen ist Influencerin, Model und ehemalige Teilnehmerin bei „Germany’s Next Topmodel“. Zum Gespräch in der Hildesheimer Friesenstraße erscheint sie gut gelaunt in schwarzem Oversized-Blazer mit passender Hose über einem weißen Top. Eine Brosche an ihrem Revers, eine Kette und Applikationen an ihren – ebenfalls schwarzen – Pumps glitzern durch die Bar.

Du bist Influencerin und Model – wie häufig gönnst du dir da einen Cocktail?

Ab und zu bei einem Abend mit den Mädels sehr gerne. Es ist ja auch schön! Wir mögen das Zurechtmachen, das Überlegen, was wir anziehen – das gehört für mich alles dazu.

Wo trinkst du denn am liebsten Cocktails?

Manchmal fahre ich nach Hannover oder sogar nach Hamburg zum Ausgehen. Oft bin ich aber auch direkt in Hildesheim unterwegs – auf dem City Beach oder in der Friesenstraße.

Du warst als Model ja auch in ganz anderen Städten, auch im Ausland, unterwegs. Ist es da in Hildesheim nicht ein bisschen langweilig?

Klar, ich vermisse manchmal das viele Leben auf den Straßen der großen Städte – in Hildesheim gehe ich oft um 22 Uhr schlafen, da fühlt es sich manchmal an, als würde ich was verpassen. Aber das hier ist meine Heimat, hier komme ich zur Ruhe.

Und mit welcher Stimmung kommen du und deine Freundinnen nach dem Zurechtmachen in der Friesenstraße an?

Das ist ganz unterschiedlich – in Hildesheim ist vieles möglich: Hier kann man auch mal leger nach dem Sport oder der Arbeit in eine Bar gehen. Das würde ich in Hamburg, wo ich auch eine Weile gewohnt habe, nicht machen. Aber ich mag es eben auch, mich stundenlang für einen extravaganten Abend mit meinen Freundinnen fertig zu machen.

Ist man in einer Hildesheimer Bar schnell overdressed, also zu schick angezogen?

Für mich gibt’s kein overdressed. Man muss sich wohl fühlen und sollte sich nicht verkleiden – aber eine Bar bietet ja auch eine Gelegenheit, schöne Sachen zu tragen, die man sonst nicht so oft anzieht. Ich finde es schade, dass es heutzutage nur noch selten richtige Anlässe dazu gibt. Selbst in die Oper könnte man heute ohne Probleme in Jeans.

Wie wäre es mit einer Kleiderordnung fürs Weinfest?

Dann kommt ja wahrscheinlich keiner mehr. Gerade in Hildesheim kommt es mir so vor, dass die Leute auch gerne entspannter ausgehen. Wir sollten uns alle einfach leben lassen: Ob man sich legerer anziehen will oder mal etwas Besonderes tragen möchte. So etwas wie ein allgemeiner Dresscode ist auch nicht mehr zeitgemäß. Ich ermutige alle dazu, sich was zu trauen und die modische Komfort-Zone zu verlassen. Ich kenne das: Dann denkt man im ersten Moment, dass alle Blicke in der Bar einem selbst gelten – aber dieses Gefühl darf man nicht zu ernst nehmen.

Aber das ist doch ein Widerspruch: Auf der einen Seite soll man sich wohl fühlen, auf der anderen Seite soll man aus der Komfortzone herauskommen.

Vielleicht kann man es wie ein kleines Experiment betrachten. Ich probiere das jetzt mal aus – solche Erfahrungen stärken einen, wenn man dabei noch Spaß hat.

Es klingt so einfach, aber …

Aber Hildesheim braucht doch solche Outfits! Das ist doch gut, wenn man mal ein bisschen drüber ist. Es hilft doch letztlich ganz Hildesheim, wenn man ein bisschen schimmert. Ich liebe es auch, andere Leute in tollen Outfits zu sehen. Das Leben ist doch zu kurz, um immer nur das gleiche zu tragen oder sich nur an den Erwartungen von fremden Blicken zu orientieren.

Was machst du, wenn du ein tolles Outfit an jemand anderem siehst?

Ich spreche die Person an! Du glaubst gar nicht, was das für eine Energie entfesseln kann, wenn man sich von Herzen und ohne Hintergedanken ein Kompliment gibt. Ich finde es auch gut, sich gerade als Frauen gegenseitig zu unterstützen.

Und wie wird man aufdringliche Leute in einer Bar los?

Wenn jemand über die Stränge schlägt, würde ich freundlich vorschlagen, ob die Person nicht vielleicht nach Hause gehen möchte. Wenn es dann nicht aufhört, würde ich das nicht allein oder in der Freundesgruppe lösen – das kann schnell eskalieren. Stattdessen sage ich an der Bar oder der Security Bescheid.

Angenommen, man geht direkt nach der Arbeit in eine Cocktail-Bar, möchte aber trotzdem ein bisschen schicker sein als im Büro. Hast du da einen Tipp, wie man das mit wenigen Kniffen hinbekommt?

Ein roter Lippenstift geht immer, damit sieht man gleich etwas anders aus. Dazu vielleicht ein paar „Sparkles“ wie Glitzer-Ohrringe. Das ist dann gleich ein Cocktail-Outfit gezaubert. Damit ist man für alles gewappnet. Aber das Wichtigste ist immer, dass man sich gut fühlt.

Und hast du persönlich ein Outfit, das für dich immer eine sichere Bank beim Ausgehen ist?

Ich mag Blazer im Oversized-Look. Das macht jedes Outfit schick, auch, wenn man – in Anführungszeichen – nur ein paar sportliche Sachen anhat.

Wenn wir jetzt nicht nur über Klamotten reden – wie schafft man es, nach einem Arbeitstag in der Bar auch von der Ausstrahlung her gut zu wirken?

Ich empfehle immer eine aufrechte Haltung. Selbst wenn man einen Kartoffelsack trägt, aber so ein „Hallo, hier bin ich, Cocktail, bitte!“ ausstrahlt, wirkt man selbstbewusst.

Beim Cocktail-Trinken bekommt man ja je nach Drink auch mal sehr große, volle Gläser. Wie trinkt man daraus, ohne doof auszusehen?

Neulich war ich in Hannover und habe ein frisch gebrachtes Cocktail-Glas umgeschmissen – ich bin einfach ein bisschen tollpatschig. Aber wenn ich es nicht umschmeiße, trinke ich meistens mit dem Strohhalm – dann hat man auch keinen Lippenstift am Glasrand. Außerdem bleibt er besonders gut drauf, wenn man mit gespitzten Lippen trinkt. Wenn das Glas randvoll ist, würde ich das auch nicht hochnehmen. Und es sieht gut aus – und gibt auch Stabilität – wenn man eine Hand unter das Glas nimmt.

Und zum Schluss: Welchen Drink bestellst du am liebsten?

In Hildesheim trinke ich gerne Virgin Mojito. Das ist die alkoholfreie Variante eines Mojitos – ich bin meistens die Fahrerin. Aber ich habe einen Traum: Ich bin totaler „Sex and the City“-Fan. Deswegen würde ich gerne einmal wie die Hauptfigur Carrie Bradshaw einen Cosmopolitan in New York trinken.

Das Interview führten Katharina Brecht und Phillip Kampert


Mehr Geschichten, Fun-Facts und ein Gewinnspiel rund um das sommerliche Thema Cocktails gibt’s in unserem HAZ geschmeckt?!-Newsletter. Melden Sie sich bis Donnerstag hier kostenlos an, um nichts zu verpassen. Unser Highlight im Juli: Potters Bar in der Friesenstraße – Hildesheims bekanntester Barkeeper Dieter Podleska spricht über sein Lebenswerk

  • Hildesheim
  • Hildesheim
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.