Kreis Hildesheim - Pünktlich um 10 Uhr am Gründonnerstag ist Kurt Ewert auf dem Parkplatz an der B6 hinter Astenbeck zur Stelle – mit frischem Spargel, versteht sich. Heute eröffnet er die neue Saison. Der 77-Jährige bezieht seine Stangen wie schon seit 18 Jahren vom Spargel- und Beerenhof Heuer in Fuhrberg. „Weil er da diesen besonderen Geschmack hat“, sagt Ewert. Besonders heißt in diesem Fall: „Spargel ist dann richtig gut, wenn er selbst roh schmeckt. Ein leichtes Zuckererbsen-Aroma muss er haben, dann ist er optimal.“
Das Kilo gibt es bei ihm schon ab 16,90 für Spargel der 1. Klasse. Und Ewert erwartet sogar, dass der Preis nach Ostern noch weiter sinken könnte. „An den ersten Tagen ist Spargel meistens etwas teurer, aber im Laufe der Saison spielt sich das ein.“ Bei ihm könnte der durchschnittliche Kilopreis dann in etwa bei 14 Euro liegen, schätzt er, aber das hänge auch immer an der Nachfrage – und die müsse man abwarten.
Nach Ostern wird es meist etwas erschwinglicher
Auch die Spargelstände von Meyers Spargel und Beeren sind schon wieder an verschiedenen Orten im Landkreis geöffnet: in Nettlingen und Holle zum Beispiel, ebenso in Nordstemmen. Die verschiedenen Sorten kosten derzeit zwischen 15 und 20 Euro, werden aber nach Ostern voraussichtlich ebenfalls noch erschwinglicher.
Auch in Hildesheim haben die ersten Verkäufer die Spargelsaison eröffnet. Seit Donnerstag wandert Deutschlands wohl beliebtestes Saisongemüse zum Beispiel am Stand von Wolfgang Flohr am Hildesheimer Hohnsen über die Theke. Burgdorfer und Nienburger Spargel sind hier die klassischen Sorten – während das Kilo bester Qualität derzeit 21,95 Euro kostet, gibt es den krummen Spargel schon für knapp 10 Euro.
Viele ergänzen das Angebot mit Honig, Kartoffeln oder Beeren
Der Landhof Habermann wartet mit dem Saisonstart noch ein bisschen. Ab dem 24. April soll es hier losgehen, dann wird es das zarte Gemüse unter anderem in Groß Lobke, in Holle und Einum geben. Später kommen dann noch frische Erdbeeren zum Angebot hinzu.
So ist es auch bei Kurt Ewert: Den Spargel wird er nur etwa bis 24. Juni anbieten, dann ist die Saison vorüber. Sein Stand aber bleibt vier Monate lang geöffnet – und das Tag für Tag. Denn auf den Spargel folgen Erdbeeren und Kirschen, außerdem gibt es an seinem Stand auch Kartoffeln sowie Honig von einer Imkerin aus der Nachbarschaft.
Geheimtipp: den krummen Spargel kaufen
Die Spargelpreise findet Ewert aufgrund der wirtschaftlichen Situation der Spargelbauern absolut fair, wie er sagt. „Ich habe meine Preise im Vergleich zum vergangenen Jahr um eins bis 1,50 Euro erhöht“, sagt er. „Aber wer Spargel anbaut, der muss alles auffangen: die steigenden Mindestlöhne, die Benzin- und Energiepreise, alles.“
Wem der Spargel aber trotzdem zu teuer ist, für den hat Ewert einen Tipp: „Der krumme Spargel ist qualitativ genauso gut wie der gerade. Der ist eben nur krumm gewachsen.“ Das mache das Schälen vielleicht nicht ganz so einfach, aber ansonsten seien die Stangen einwandfrei. „Da kostet das Kilo aber auf dem Markt gleich sechs oder sieben Euro weniger.“
