Hildesheim - Grünes Licht für ein neues Baugebiet in Hildesheim: Einstimmig haben die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Mobilität die neuen Pläne für das Projekt „Autoarmes Wohnen an der Pappelallee“ im Moritzberg als gut befunden. Vorausgegangen waren eine Bürgerbefragung und die Sitzung des Ortsrates Moritzberg Ende März. Das Ergebnis: Aus drei verschiedenen Konzepten ist eine neue Lösung entstanden, die alle Vorteile und Wünsche bündeln soll.
Stadtplanungsamts-Chefin Sandra Brouër hat die Pläne am Mittwochabend im Ausschuss vorgestellt und Kritikern eine wichtige Sorge genommen: Es soll weniger dicht gebaut werden, um auf die ursprünglich vorgesehenen sieben Geschosse bei einigen Bauten verzichten zu können. Zwischen 300 und 350 Wohneinheiten sollen entstehen, für die ein eigenes Parkhaus an der Pappelallee geplant wird.
Eigenes Parkhaus für Bewohner
Auf diese Weise können die Bewohner zwar ihre Autos be- und entladen, sie dann aber wieder aus dem Wohngebiet selbst herausfahren. „Autoarm“ nennen das die Stadtplaner. Bebaut wird die dreieckige Fläche zwischen Pippelsburg, Paschenhalle, Pappelallee und B 1 sehr kompakt auf etwa zwei Dritteln der Fläche des ehemaligen Sportplatzgeländes. Richtung Westen, also zur Pippelsburg hin, soll ein großzügig gestalteter Parkbereich an den Kupferstrang anschließen.
Es ist auch daran gedacht, dessen Verlauf zu renaturieren. „Wir wissen aber nicht, wie und was von den Ideen bezahlbar ist“, schränkt Brouër gleich ein. Auch die Moritzberger Feuerwehr soll an der Pappelallee neben der Volksbank-Arena ein neues Domizil bekommen und kann dann ihren Altbau an der Maschstraße endlich verlassen.
Neues Domizil für die Feuerwehr
Noch sind die Pläne nicht endgültig, aber sie geben die Richtung vor, in die es gehen soll, sagte Brouër und warb im Ausschuss für Zustimmung, die sie am Ende auch bekam. Zum Zeitplan kündigte sie an, dass dem Rat für die Novembersitzung ein zustimmungsfähiger Plan vorgelegt werden soll, um damit die eigentliche Bebauungsplanung auf den Weg zu bringen. Parallel dazu werde bereits am Hochwasserschutz für das Wohngebiet gearbeitet, um zügig voranzukommen.
In Richtung Bundesstraße sind zwei höhere Gebäude geplant, die architektonisch auch als Lärmschutzriegel funktionieren sollen. In der Mitte des Planungsgebietes ist ein eigener Platz für das neue Quartier vorgesehen. Außerdem soll es eine eigene Mobilitätsstation geben. Der Anschluss des Wohngebietes an den Öffentlichen Nahverkehr sei ebenfalls gegeben. Alles gute Voraussetzungen, die die neuen Anlieger dazu motivieren könnten, auf ein eigenes Auto zu verzichten – zumindest auf einen Zweitwagen.
Verzicht aufs eigene Auto
Eine mögliche Fertigstellung wurde vom zuständigen Planer des Planungsbüros Sweco, Michael Brinschwitz, bereits in der Ortsratssitzung im März genannt: Ende 2024 oder spätestens 2025. Dann dürfte es für den Stadtteil Moritzberg eine ordentliche Verjüngungskur geben. Denn bei der Bürgerbefragung im vergangenen Jahr haben vor allem jüngere Leute Interesse am Wohngebiet gezeigt und ihre Wünsche nach einem klimafreundlichen Bauvorhaben geäußert.

