Impfdurchbruch

Geimpfte Schüler des Andreanums Hildesheim bei Abschlussfahrt infiziert

Hildesheim/Wien - Die meisten waren geimpft und haben jetzt trotzdem Corona: Sechs Schülerinnen und Schüler des Hildesheimer Andreanums haben sich bei ihrer Abschlussfahrt nach Wien infiziert.

Sechs Schülerinnen und Schüler des Hildesheimer Gymnasiums Andreanum haben sich bei ihrer Abschlussfahrt mit Corona infiziert – trotz Impfung. Foto: Clemens Heidrich/HAZ-Archiv

Hildesheim/Wien - Bei der Abschlussfahrt des kompletten Abijahrgangs des Gymnasiums Andreanum haben sich in Wien mehrere Schülerinnen und Schüler mit Corona infiziert. Bis Dienstag hatte das Gesundheitsamt sechs Mädchen und Jungen ermittelt, die Symptome aufwiesen. „Vier der sechs betroffenen Schüler sind geimpft und symptomatisch, deshalb gelten sie als Impfdurchbruch“, sagt Landkreis-Sprecherin Birgit Wilken. Geimpfte infizierte Personen, die ohne Symptome sind, gelten nicht als Impfdurchbruch.

Zu den sechs Erkrankten gebe es insgesamt 13 enge Kontaktpersonen. „Elf von ihnen sind vollständig geimpft und müssen sich aufgrund der geltenden Verordnung nicht in Quarantäne begeben“, sagt Wilken. Zwei Ungeimpfte befänden sich aktuell in Quarantäne.

Andreanum ging das Risiko ganz bewusst ein

Während andere Schulen aus Sorge vor möglichen Ansteckungen ihre Fahrten lieber noch absagten, entschied sich das Andreanum ganz bewusst dazu, das Risiko einzugehen. „Unsere Schülerinnen und Schüler lechzten förmlich nach einer Abschlussfahrt“, erklärt Schulleiter Dirk Wilkening. Studienfahrten seien besonders wichtig für eine Schulgemeinschaft. Und nach der langen Durststrecke, den vielen abgesagten Angeboten, wollte man ihnen nicht auch noch die Abschlussfahrt nehmen.



Also setzten sich am 11. Oktober rund 100 Personen, der komplette 13. Jahrgang samt Lehrerinnen und Lehrern, aus Hildesheim in Richtung Wien in Bewegung. Dabei habe das Andreanum sehr auf Sicherheit gesetzt. „Die Gruppe hat im Bus von Hildesheim bis nach Wien durchgehend FFP2-Masken getragen“, berichtet Wilkening, der selbst nicht mitfuhr. Alle ungeimpften Mädchen und Jungen der Gruppe hätten in Wien wie vorgeschrieben alle zwei Tage einen PCR-Test gemacht. Die Lehrkräfte seien komplett geimpft gewesen.

Der übliche Cocktail zwischen Kultur und Vergnügen

Wo sich die Andreaner angesteckt haben, ist nicht bekannt. Und weil wie bei solchen Fahrten üblich ein bunter Cocktail zwischen Kultur und Vergnügen auf dem Programm stand, wird eine Ansteckungsquelle auch kaum mehr auszumachen sein. Die Infektionen fielen auch erst nach der Rückkehr auf, weil einige Schülerinnen und Schüler sich wegen Symptomen untersuchen ließen. Am 20. Oktober erfuhr die Schule von den Infektionen und schaltete das Gesundheitsamt ein, das die einzelnen Teilnehmer der Reise abtelefonierte und für den 25. Oktober ein freiwilliges Testangebot machte. Ein Drittel der Wien-Reisenden nahm dies an. „Alle durchgeführten Tests waren negativ“, berichtet Landkreis-Sprecherin Wilken.


Geimpfte Schüler des Andreanums Hildesheim bei Abschlussfahrt infiziert – ein Kommentar von HAZ-Redakteur Christian Harborth


Eine Mutter berichtet, dass sie sogar im Urlaub im Ausland vom Gesundheitsamt kontaktiert worden sei. „Die Bestätigung, dass meine Tochter zweimal geimpft ist sowie zwei Schnelltests mit negativem Ergebnis gemacht hat, reichte vorerst“, berichtet die Frau. „Ein Foto ihres Impfausweises und den genauen Impfdaten mussten wir zudem schicken.“

Schule selbst von Infektionsgeschehen nicht betroffen

Die Schule selbst ist laut Landkreis von dem Infektionsgeschehen nicht betroffen, da nach der Rückkehr der Gruppe die Herbstferien begonnen hätten und die Betroffenen zwischenzeitlich nicht mehr in der Schule waren. Der Landkreis geht trotzdem generell davon aus, dass mit dem Schulbeginn am Montag auch die Zahl der Infizierten landkreisweit wieder steigen wird. „Wie bereits nach dem Ende der Sommerferien ist auch nach den Herbstferien mit steigenden Infektionszahlen zu rechnen“, sagt Wilken.

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