Hildesheim - Platz 25 von insgesamt 37 Teilnehmern – wie würden wir das im sportlichen Wettkampf oder beim Eurovision Song Contest bewerten? Ausbaufähig, nicht so dolle, nächstes Mal mehr anstrengen, bitte! Bei dieser konkreten Platzierung geht’s allerdings nicht um Sport oder Musik, es geht um unser aller Zukunft – und das schreibe ich ganz ohne Pathos. Geht es ums Wohlbefinden von Kindern, schafft es Deutschland im Ländervergleich laut einer jüngst veröffentlichten Studie auf Platz 25. Zur Einordnung: Rumänien kommt auf Platz 9, Ungarn auf Platz 10, die Slowakei auf Platz 19. Echt jetzt?
Kinder als Störung?
Laut Studie hängt Deutschland bei Themen wie Sicherheit und Gesundheit, Bildung und Betreuung meilenweit hinterher. Und wer wissen möchte, wie kinderfreundlich ein Land ist, schaut sich gern auch die (familienfreundliche?) Politik oder die gesellschaftliche Haltung insgesamt an. Gefühlt werden Kinder an vielen Orten in Deutschland eher als Störung denn als Teil des öffentlichen Lebens wahrgenommen. Und wer nun rufen möchte, dass das „an schlechter Erziehung“ liegt, spart sich das bitte. Es geht nicht um dressierte Pudel, es geht darum, dass Kinder Kinder sein dürfen – zwar in wohlüberlegten Grenzen, aber grundsätzlich eben so, wie sie sind.
Erster Schritt: Bildung
In Deutschland sind viele Kitas und Schulen schlecht ausgestattet, was sich in miserabler Bildung widerspiegelt: Gerade mal 60 Prozent der 15-Jährigen erreichen laut Studie die Mindestkompetenz in Lesen und Mathematik. Zudem leben überdurchschnittlich viele Kinder in Armut, wie kann das bitte sein? Man fragt sich angesichts dieser Zahlen, was unsere Gesellschaft eigentlich glaubt, wer sie künftig am Laufen hält. Deutschland ist ganz offensichtlich ein mittelprächtiges Land, um Kind oder Jugendlicher zu sein. Damit darf man sich nicht zufriedengeben. Fangen wir am besten bei der Bildung an. Das wäre ein erster Schritt.
