Nachhaltigkeit

Waschbare FFP2-Masken: Eine Alternative im Kreis Hildesheim?

Hildesheim - Sie sind teurer als Einwegmasken, aber gut für die Umwelt: FFP2-Masken, die man waschen und immer wieder verwenden kann. In Hildesheim sind sie allerdings noch kein ganz alltägliches Produkt.

Waschbare FFP2-Masken. Mehrere Hersteller bieten sie an, doch in Hildesheim und der Region sind sie noch kein gängiges Alltagsprodukt. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Das Problem liegt auf der Hand: Wenn das Tragen von FFP2-Masken überall in der Öffentlichkeit Pflicht ist und auch nur jeder Zweite täglich eine davon entsorgt, sind das allein in Deutschland 40 Millionen Masken, die Tag für Tag im Müll landen. Nun tragen Menschen gerade im Privatbereich Masken oft mehrfach, da sie immer nur für eine kurze Zeit, etwa zum Einkaufen, gebraucht und dann wieder abgesetzt werden.

Konstruiert sind sie allerdings als Einmalprodukt. Und deshalb „nach der Nutzung zur Vermeidung weiterer Infektionsrisiken zu entsorgen“, wie es vom Bundesgesundheitsministerium empfohlen wird. Beim Privatgebrauch sei zwar „mit einer geringeren Erregerbelastung der FFP2-Masken zu rechnen. Allerdings sind sie nicht unbegrenzt verfügbar.“

Masken, passend zum Anlass oder zum Kleid

Eine mögliche Lösung: waschbare FFP2-Masken. Mehrere Hersteller bieten sie an, unter anderem hier, doch in Hildesheim und der Region sind sie noch kein gängiges Alltagsprodukt, wie Wolfram Benner, Inhaber der Algermisser Hirsch-Apotheke und Bezirksvorsitzender des Landesapothekerverbandes, sagt: „Stoffmasken gab es zu Beginn der Pandemie, aber da hatten sie noch keine FFP2-Qualität. Und solche sind mir von Herstellern auch noch nicht angeboten worden.“

Gefragt seien bei Kunden derzeit die herkömmlichen FFP2-Masken – „und die aber auch in allen Farben“, wie Benner sagt. „Die werden inzwischen passend zu Anlässen und Kleidern ausgesucht.“ Kosten die pro Stück etwa einen Euro, liegen die waschbaren Masken preislich weitaus darüber: Zwischen 12 und 25 Euro bieten Hersteller das Stück an. Das aber laut deren Angaben etwa 30-mal ohne Qualitätsverlust gewaschen werden kann.

Verwechslungsgefahr in der Öffentlichkeit

Aber unterliegt ein Produkt aus Stoff, selbst wenn es optimalen Schutz bietet, in der Öffentlichkeit nicht einer Verwechslungsgefahr? „Das kann in der Tat zum Problem werden“, sagt Stefan Troendle in einem Beitrag des Südwestrundfunks, für den der Wissenschaftsredakteur die Tauglichkeit der neuen Produkte unter die Lupe genommen hat. Es bestehe „Verwechslungsgefahr mit den Stoffmasken, die wir zu Beginn der Pandemie hatten und die nicht mehr akzeptiert werden. Doch die Hersteller haben verstanden, dass es da um den Sicherheitsaspekt geht und die meisten haben inzwischen den Aufdruck ’KN95’ oder ’FFP2’ auf ihren Produkten.“

Wolfram Benner schließt nicht aus, dass es waschbare FFP2-Masken auch bald in den Apotheken der Region geben wird. Je länger es die Tragepflicht gebe, desto breiter werde erfahrungsgemäß die Produktpalette. Und wohin mit der Maske, wenn sie dann doch entsorgt werden muss? Wie gebrauchte Corona-Tests auch, sagt Jens Krüger vom Zweckverband Abfallwirtschaft: „Medizinische Masken in den Restmüll – nicht etwa in den gelben Sack.“ Und schon gar nicht auf die Straße oder in die Natur.

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