Hildesheim - Man hätte es ja eigentlich ahnen können. Wenn Bayerns Ministerpräsident Markus Söder auf einen Trend anspringt, spricht vieles dafür, dass er seine besten Tage schon hinter sich hat. Also der Trend, nicht der Söder. Obwohl der vielleicht auch, aber das ist eine andere Geschichte. Derzeit verleibt sich der Mann mit dem schicken Kinnbart ja alle paar Tage einen Döner ein, den er als bekennender Multikulti-Pioner zu einer seiner Leibspeisen geadelt hat. Selbst in Bayern gibt es inzwischen mehr Dönerbuden als Landwirte, wer also ein Näschen fürs Volk hat, muss in Sachen Imbiss glaubwürdig rüberkommen. Also mampft er, der Markus. Und postet Fotos und Videos, mal mit Zwiebeln, mal mit scharfer Sauce. Wir aber fragen, ob das wirklich so schlau ist.
Die CDU in Wesel hat Döner-Stress gemacht
Haben Sie das mitbekommen, liebe Leserinnen und Leser, dass die Weseler CDU eine Obergrenze für Dönergrills gefordert hat? Ausgerechnet die Schwesterpartei! Und man muss noch nicht mal an den Niederrhein gehen, um Spuren des bröckelenden Döner-Hypes zu erschnüffeln. Die Hildesheimer Fußgängerzone reicht aus. Da gibt es Hinweise auf mindestens zwei formidable Döner-Lokale, die schon seit vielen Wochen „demnächst“ eröffnen. Ich meine: eröffnen sollen. Also eröffnen werden. Oder wollen. Oder auch nicht. Wenn man mal davon ausgeht, dass die beiden verantwortlichen Imbissketten irgendwann mal der festen Überzeugung gewesen sein müssen, dass es eine gute Idee wäre, Hildesheims Innenstadt mit den Dönerläden Nummer 128 und 129 aufzuwerten, bleibt die Frage, woran es nun hakt. Merken Sie, worauf ich hinaus will? Vielleicht ist der Markt ja gesättigt, im Gegensatz zum Söder. Ich warte nur noch drauf, dass er demnächst Videos aus Nagelstudios, Barbershops und Kiosken postet.
