Hildesheim - Wenn es unter den Weihnachtsbäumen einen ewigen Klassiker gibt, dann ist es wohl die Nordmanntanne. Und die bieten auch die meisten Verkaufsstände im Hildesheimer Stadtgebiet in diesem Jahr an. Viele starten den Verkauf auf Plätzen und an Ständen Anfang Dezember, vereinzelt geht es aber auch schon an diesem Wochenende los, so wie in Uppen.
Und tatsächlich gibt es sie, die ganz frühen Käufer, wie etwa Frank Deutschle weiß, der vor zwei Jahren die Stände des damals verstorbenen Heinz-Dieter Stolte mit übernahm. „Stoltes schönste Weihnachtsbäume“ sind seitdem ein eigenständiger Zweig der Weihnachtsbäume aus Burgstemmen und der Baumschule Deutschle, auf deren Hof ebenfalls ein Weihnachtsbaumverkauf stattfindet, der aber völlig getrennt von den Stolte-Ständen läuft, wie der Firmenchef betont.
Anfang des Jahres sind viele Bäume erfroren
In Hildesheim wird Deutschle vor allem Nordmanntannen anbieten, die er hauptsächlich aus Dänemark bezieht, wie er sagt. Ob es vom Wetter her ein gutes Tannenjahr war? Gut bis durchwachsen, meint Deutschle: „Anfang des Jahres hatten die Dänen viel Frost, da sind viele Bäume erfroren.“
Die Preise können viele Händler hier trotzdem relativ stabil halten, wie auch Charlotte Lehnhoff von der Genussgärtnerei erzählt. Hier ist der Tannenbaumverkauf ein saisonales Zusatzgeschäft – und besitzt an manchen Tagen sogar fast schon Event-Charakter. Während man drinnen frische Wintergemüse, Adventsgestecke oder kleine Geschenke kaufen kann, gibt es draußen Nordmanntannen, die sich auf diesem Weg auch gleich noch mitnehmen lassen.
Was letztes Jahr 50 Euro gekostet hat, kostet nun 51
„Die Preise für die Weihnachtsbäume bewegen sich fast auf Vorjahresniveau, die haben wir minimal erhöht“, sagt Lehnhoff. Das seien die ebenfalls erhöhten Preise der Lieferanten, die sich niederschlagen, doch im Gegensatz zu anderen Preissteigerungen sei der Unterschied bei Bäumen minimal. Auch Deutschle spricht von lediglich „2 bis 3 Prozent Erhöhung“: „Wenn ein Baum letztes Jahr 50 Euro gekostet hat, sind es jetzt vielleicht 51.“
Im bundesdeutschen Durchschnitt liegt der Preis für eine Nordmanntanne laut Angaben des Verbands Natürlicher Weihnachtsbaum in diesem Advent bei 23 bis 30 Euro pro Meter, die Blaufichte kostet 15 bis 19 Euro je Meter, die Rotfichte 12 bis 16 Euro. Die Angebotsmenge von Weihnachtsbäumen, so der Verband, gehe zurück: Viele Produzenten reduzierten ihre Anbauflächen, um den steigenden Arbeitsaufwand und die wachsenden Kosten besser bewältigen zu können. Und immer mehr Betriebe geben die Weihnachtsbaumproduktion komplett auf.
„Das ist aber kein Grund zur Besorgnis“
Zudem verteuerten sich Erzeugung und Bereitstellung. „Dies ist aber kein Grund zur Besorgnis: Die Verbraucherpreise werden nur moderat steigen und jedem, der an Weihnachten einen Baum aufstellen will, wird einer zur Verfügung stehen“, heißt es auf der Webseite des Verbands.
Auf dem Gut Uppen kommt ein Teil der Bäume aus der eigenen Plantage, der Rest aus Forstbetrieben der Region. Die ersten Bäume werden Anfang Dezember zur Eröffnung geschlagen, weitere Lieferungen je nach Bedarf in den kommenden Adventswochen nachgelegt. Und: Die geschlagenen Bäume werden regelmäßig aufgeforstet, wie es auf der Homepage der Familie Dieckmann heißt. Denn schließlich ist nach dem Weihnachtsfest vor dem Weihnachtsfest – und auch im kommenden Jahr werden wieder Tannenbäume gebraucht.
