Überschwemmungen am frühen Morgen

In Klein Düngen fehlt noch immer ein Abschnitt Hochwasserschutz – Anlieger blicken sorgenvoll auf die Nacht

Klein Düngen - In Klein Düngen fehlt an der Florianstraße noch immer ein Abschnitt des geplanten Hochwasserschutzes. In den frühen Morgenstunden des Heiligabends wird aber mit Überschwemmungen gerechnet. Die Anwohner blicken sorgenvoll der Nacht entgegen.

Insgesamt 150 Frauen und Männer der Feuerwehr sind am Samstag im Einsatz, um die Häuser an der Florianstraße in Klein Düngen zu sichern. Foto: Chris Gossmann

Klein Düngen - In Ute Mazurs Garten wimmelt es von Einsatzkräften: Sandsack um Sandsack schichten die Frauen und Männer von der Freiwilligen Feuerwehr zu einer Schutzwand auf. Mazurs Garten grenzt unmittelbar an die Lamme. Und die wiederum steigt kontinuierlich an. Für die frühen Morgenstunden des Heiligabend drohen Überschwemmungen. „Am schlimmsten ist das Warten“, sagt Mazur.

Eine ähnliche Situation

Immer wieder geht sie am Sonnabend zu ihrem Wohnzimmerfenster und blickt hinaus. Vor dort aus kann sie direkt auf den kleinen Fluss schauen, der schon im Sommer 2017 große Schäden angerichtet hat. Bei Mazurs, wie auch bei vielen anderen im Ort. Die Situation damals ähnelt der aktuellen: Die Innerste steigt und steigt, und damit das Risiko, dass die Lamme nicht mehr vernünftig abfließen kann und zurückstaut. Genau das wird für morgen früh gegen 4 Uhr erwartet.

Was die Situation heute von der damaligen unterscheidet: In den vergangenen Jahren sind in Klein Düngen viele Schutzmaßnahmen umgesetzt worden. Betonmauern und Schutzwälle schützen viele Häuser entlang der Lamme. Nur hier in der Florianstraße klafft noch immer eine Lücke – vom Feuerwehrhaus flussaufwärts. Vier Gebäude sind davon betroffen, unter anderem das von Mazurs.

Anlieger haben Angst

„Alle sind geschützt, nur wir nicht“, sagt sie. Sie hat Angst. Auch 2017 waren Sandsäcke an ihrem Grundstück gestapelt worden, gebracht habe das nur wenig. Erst kürzlich ist im Haus der Familie eine neue Wärmepumpe installiert worden. Wenn nun der Keller geflutet würde – undenkbar für Ute Mazur. Ihr Mann und ihr Sohn sind ebenfalls bei der Feuerwehr und am Sonnabend im Einsatz. Neben der Sandsackwand ist auch der mobile Hochwasserschutz installiert. Mehrfach haben die Ehrenamtlichen den Aufbau geübt, das kommt ihnen nur zugute.

Ob der die Häuser nun trocken hält, wird sich zeigen müssen. Mazur bleibt unsicher. Ihre 97-jährige Mutter, die mit der Familie in dem Haus lebt, wird sie vorsichtshalber in Sicherheit bringen. Ute Mazur selbst wird die Nacht aber vermutlich dennoch nicht in Ruhe verbringen. Sie wird wohl noch einige mal zu ihrem Wohnzimmerfenster eilen, um einen Kontrollblick auf die Lamme zu werfen.

Die HAZ informiert fortlaufend im Liveticker über das Hochwasser in der Region.

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