Schutzvorkehrung

In Sachen Sicherheit setzt die Stadt Hildesheim nur noch auf ganz bestimmte Poller

Hildesheim - Versenkbare Poller unterm Kopfsteinpflaster am Hildesheimer Marktplatz galten mal als Hightech-Lösung gegen Autoverkehr in der Innenstadt. Doch sie kommen nicht mehr zum Einsatz. Das steckt dahinter.

Sie bleiben weiter in der Versenkung: Die automatischen Poller in der Judenstraße und auch Rathausstraße am Hildesheimer Marktplatz. Foto: Renate Klink

Hildesheim - Ihr Dasein ist seit Jahren auf den Untergrund beschränkt: die versenkbaren Poller im Kopfsteinpflaster der Rathausstraße und Judenstraße. Denn was mal als Stopper gedacht war, funktioniert nicht mehr. Das hat sich bei den Recherchen zum Sicherheitskonzept des Weihnachtsmarkts herausgestellt. Wie berichtet, setzen Polizei, Stadt und Veranstalter Hildesheim Marketing dabei nur noch auf temporäre Aufsteck-Poller. Sie sind aus Eisen und haben eine Betonfüllung.

„Immer wieder Probleme“

„Die defekten Poller haben in der Zeit des Betriebes immer wieder zu Problemen geführt“, erläutert Stadtsprecher Helge Miethe auf Nachfrage. Schon bei einem leichten Kontakt haben sich die Aluminiumhüllen verklemmt, sodass ein Hoch- beziehungsweise Herunterfahren nicht mehr möglich gewesen sei. Aus diesem Grund hat sich die Verwaltung dazu entschieden, die Poller nicht mehr zu nutzen. Auch repariert werden sie nicht.

Installiert worden sind die elektrisch per Kette betriebenen Poller im Jahr 2000 – also bereits vor 25 Jahren. Seinerzeit als vollautomatische Hightech-Fabrikate aus Paris, die den Autoverkehr rund um den Marktplatz zwischen 11 und 19 Uhr stoppen sollten. Für den Einbau sind die Kosten seinerzeit auf 70 000 Mark von der Stadt beziffert worden. Eigentlich sollten diese versenkbaren Poller die manuellen ersetzen. Doch seinerzeit hatte man noch nicht mit Anschlägen gerechnet, bei denen Attentäter mit Autos in Menschenmengen rasen – so wie auf den Weihnachtsmärkten in Berlin (2016) oder in Magdeburg (2024).

Außerdem kam es in Hildesheim immer wieder zu Unfällen mit Blechschäden, bei denen Autofahrer die Poller wohl schlichtweg übersehen hatten. Auch ließ die Verlässlichkeit der automatischen Poller samt nebenstehender Pollerampel grundsätzlich zu wünschen übrig.

Nicht Teil des Sicherheitskonzepts

„Im Sicherheitskonzept spielen die nicht-funktionierenden Poller nun selbstverständlich keine Rolle“, erläutert Stadtsprecher Miethe. Deshalb gebe es schon seit Jahren entsprechenden Ersatz. Wie berichtet, hatte die Stadt erst im April dieses Jahres die Voraussetzung für weitere mobile Poller geschaffen. So sollten Gäste von Großveranstaltungen wie Pflasterzauber, Weinfest, Herbstzauber oder Weihnachtsmarkt besser geschützt werden. Mittlerweile lassen sich auch temporäre Poller an der Ecke Fußgängerzone/Rathausstraße in Höhe der ehemaligen Ratsapotheke aufstellen. Die Verwaltung reagierte damit auf neue Sicherheitsbewertungen nach den Terroranschlägen. Dazu gehört die inzwischen sogar zweireihige Poller-Barriere zwischen Marktplatz und Fußgängerzone Hoher Weg. Ebenfalls Steckpoller-Vorrichtungen mit Bodenhülsen gibt es an den Zugängen Almsstraße, Lilie und Rathausstraße/Kreuzung Scheelenstraße.

„Dadurch sind jetzt zusätzliche Sperren bei Veranstaltungen eingerichtet“, verdeutlicht Miethe. Entsprechend der Sondernutzungserlaubnis werden sie bei den entsprechenden Events vom Veranstalter gesetzt. Damit seien dann alle Zufahrten zum Marktplatz und der Lilie abgesichert, betont der Stadtsprecher.

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