Hildesheim - Seine ersten Jahre waren alles andere als einfach: Kaninchen Seppel lebte in schlechter Haltung und mit Artgenossen, die ihn nicht mochten. Er war sozusagen das schwarze Schaf unter den Kaninchen – zumindest, bis er im August dieses Jahres ins Tierheim nach Hildesheim kam. Nun sucht das Kaninchen mit dem schwarz gekräuselten Fell ein neues Zuhause, doch seine ewige Schnupfnase macht die Vermittlung schwer.
Wer will dem Zwergkaninchen ein Zuhause schenken?
„Gemeinsam mit etwa acht anderen Kaninchen ist Seppel im August bei uns abgegeben worden“, sagt Jana Thönsen aus der Kleintierabteilung des Tierheims. Zwerg-Rex-Kaninchen Seppel sei damals in einem schlechten Zustand gewesen, habe viele Verletzungen und Narben gehabt. „Das kam von Streitereien mit den anderen Kaninchen. Seppel war der Außenseiter unter ihnen“, sagt Thönsen. Eine Folge der Verletzungen ist eine dauerhafte Nasenfehlstellung. „Dadurch läuft Seppel ständig die Nase, und er schnieft ab und zu. Krank ist er aber nicht“, erklärt die Tierheimmitarbeiterin. Die Fehlstellung sei nicht zu sehen, das Tier brauche auch keine Behandlung. Viele Tierheimbesucher schrecke der Schnupfen aber ab, weil sie fälschlicherweise denken würden, Seppel sei krank.
Das Kaninchen sei anfangs lediglich schüchtern gewesen, doch davon sei nichts mehr zu spüren: „Mittlerweile frisst Seppel aus der Hand und ist sehr neugierig.“ Besonders zutraulich sei das dreijährige Kaninchen, wenn die Tierpfleger Salat oder Paprika mitbringen. Derzeit lebt Seppel in einem Einzelkäfig, soll aber an Menschen vermittelt werden, die bereits ein Kaninchen haben. „Eine Kaninchendame wäre wünschenswert. Weibliche Tiere sind in der Regel umgänglicher und könnten gut zu Seppel passen“, erklärt Thönsen. Im neuen Zuhause sollte auf den kastrierten Seppel aber nicht nur eine Kaninchendame warten: Das Gehege sollte mit Heu, Stroh und Tüchern ausgelegt sein. Auf Einstreu sollte laut Thönsen verzichtet werden, um den Schnupfen nicht zu verschlimmern. Viel Freilauf an der frischen Luft sei ebenfalls wichtig.
Mittwochs und samstags kann Seppel besucht werden
Wer sich vorstellen kann, Seppel eine neue Bleibe zu bieten, kann sich telefonisch unter 0 51 21/9 57 57–30 melden, oder mittwochs oder samstags zwischen 13 und 16 Uhr im Tierheim vorbeischauen. Die Mitarbeiter geben dann auch Tipps für das Kennenlernen zwischen Seppel und einem anderen Kaninchen.

