Röllinghausen - Bei der Metallgießerei Funke im Alfelder Ortsteil Röllinghausen läuft der Betrieb nach dem Insolvenzantrag des Unternehmens „vollumfänglich“ weiter. Das hat der vorläufige Insolvenzverwalter Ingo Thurm von der Kanzlei Pluta am Donnerstag auf HAZ-Anfrage erklärt. Die Löhne und Gehälter der knapp 100 Beschäftigten für Oktober, November und Dezember seien durch die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes der Agentur für Arbeit bereits gesichert.
Schon vor dem Insolvenzantrag hatte das Röllinghausener Unternehmen sich die Unterstützung externer Fachleute ins Haus geholt, um eine Neuaufstellung zu organisieren. Dieser Prozess soll nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters fortgesetzt werden. Zugleich gehe es darum, eine Lösung für die Fortführung des Unternehmens zu finden. „Wir werden uns nun einen Überblick über die finanzielle Situation verschaffen und die Sanierungschancen analysieren“, kündigte Thurm am Donnerstag an.
Zwei Hauptgründe für die Zahlungsunfähigkeit
„Wir sind optimistisch, dass wir zusammen mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter eine Lösung für unser Traditionsunternehmen erreichen“, erklärten die Geschäftsführer Jürgen Dreyer und Sascha Festing und kündigten an, die Arbeit von Ingo Thurm und seinem Team „vollumfänglich zu unterstützen“. Auch der dritte Geschäftsführer Wilhelm Funke sei „weiterhin an Bord und begleitet den Prozess“.
Der vorläufige Insolvenzverwalter führte nach einer ersten kurzen Analyse vor allem zwei Gründe dafür an, warum die Metallgießerei Funke Schwierigkeiten mit der Liquidität bekommen hat und schließlich in die Insolvenz gerutscht ist. „Diese Schwierigkeiten sind unter anderem bedingt durch verzögerte Zahlungen von Kunden sowie durch in der Vergangenheit begründete Kosten, die nicht rasch genug gesenkt werden konnten“, erklärte Thurm, ohne weitere Details dazu zu nennen.
Neue Aufträge aus den Bereichen Luftfahrt und Rüstung
Die Röllinghausener Metallgießerei, im Jahr 1960 gegründet, beliefert unter anderem die Automobilbranche im Prototypen-, Kleinserien- und Ersatzteilgeschäft. Um ihre Abhängigkeit von der kriselnden Automobilbranche zu verringern und eine breitere Basis zu schaffen, hatte Funke in den vergangenen Monaten neue Absatzmärkte unter anderem in der Luftfahrttechnik sowie im Rüstungsbereich erschlossen und interne Prozesse überarbeitet. Um die Insolvenz zu verhindern, reichte es allerdings offenbar nicht.
