Hildesheim/Torfhaus - Investoren aus dem Hildesheimer Land haben in den vergangenen Jahren einiges im Harz bewegt, vor allem in Torfhaus. Dort ist nun in unmittelbarer Nähe zur Ferienhausanlage Harzresort ein weiteres Projekt geplant.
Eine Gruppe um den Hildesheimer Unternehmer Sebastian Lüder will auf einem kleinen Teil des bisherigen Parkplatzes einen 65 Meter hohen Aussichtsturm bauen, das Grundstück stellt die Stadt Clausthal-Zellerfeld den Hildesheimern in Form von Erbpacht für 90 Jahre zur Verfügung. Ende Mai ist der erste Spatenstich für das Acht-Millionen-Euro-Projekt vorgesehen, das Land unterstützt den „Harzturm“ mit 1,2 Millionen Euro. Die Eröffnung soll im Frühjahr 2022 sein.
Der Anstoß zu dem Turm stammt von dem Lüder-Partner Hannes Mairinger. Der heute 67-Jährige war 2016 als Berater zum Harzresort gestoßen, er führte dann für vier Jahre dessen Geschäfte. Mairinger kennt sich also in Torfhaus aus – und findet: „Es fehlt ein optischer Schwerpunkt. Etwas, woran man merkt, man kommt dort an.“
Das Vorbild steht in Kärnten – es ist der „Pyramidenkogel“
Zunächst dachten er und Lüder an eine Brücke über die B 4, zu deren beiden Seiten die Ferienhäuser liegen. Doch aus der Idee wurde nichts: Wegen des vielen Schnees hätte die Brücke aus Sicherheitsgründen eingehaust werden müssen, sagt Mairinger – was ihr die Wirkung genommen hätte.
Da kam dem gebürtigen Österreicher der „Pyramidenkogel“ aus seinem Heimatland in den Sinn: ein hölzerner Aussichtsturm bei Kärnten. Eine Delegation aus Hildesheim sah sich das Bauwerk – mit 100 Metern das höchste seiner Art auf der Welt – vor Ort an. Und kehrte begeistert zurück. Die Idee vom „Harzturm“ war geboren.
Dass der seinem österreichischen Vorbild sehr ähnelt, kommt nicht von ungefähr. Denn Mairinger und seine insgesamt sieben Partner haben den Pyramidenkogel-Architekten Dietmar Kaden angeheuert. Auch, um aus Erfahrungen mit dem Vorbild zu lernen. So sei in Kärnten bei starkem Wind der Aufzug gesperrt, berichtet Mairinger – etwas, was beim Harzturm wegen einer anderen Konstruktion nicht passieren werde.
Turm sieht aus wie Tannenzapfen: „Bezug zum Nationalpark Harz“
Das Bauwerk in Torfhaus soll 65 Meter hoch werden, auf 50 und 55 Metern jeweils eine Aussichtsplattform zu finden sein – mit Heizdecken im Boden, damit die Flächen auch im Winter stets zugänglich bleiben. 45 Meter über der Erde ist ein „Skywalk“ vorgesehen – ein Austritt, auf dem man das Gefühl hat, durch die Luft zu gehen.
Der Turm werde in Form eines Tannenzapfens gestaltet, kündigt Mairinger an, „als Bezug zum Nationalpark“. Um das Gebäude herum schlängelt sich eine 110 Meter lange Rutsche. Die oberen zwei Drittel seien durchsichtig, um die Aussicht genießen zu können, erklärt Projektleiter Maximilian Mairinger, der Sohn des Initiators. Auch das letzte Drittel habe es in sich, verspricht der 33-Jährige: Geräusch- und Lichteffekte sorgten für ein besonderes Erlebnis.
Für Vater Mairiniger erfüllt der Harzturm gleich mehrere Funktionen: Er liefere das fehlende Wahrzeichen für Torfhaus, sei gleichermaßen für Gäste des Harzresorts, Tagesausflügler und Besucher der benachbarten Bavaria-Alm und des Besucherzentrums für den Nationalpark interessant. „Das wird einen richtigen Kick geben“, ist er sicher.
Was das an Eintritt kostet? Da schweigen die Initiatoren noch
Über die geplanten Eintrittspreise schweigen sich die Mairingers aus: Man werde diese kurz vor der Eröffnung nennen. Auf jeden Fall soll es unter anderem ein Tagesticket für die Rutsche geben: „Dann kann man rutschen, bis der Hintern heiß ist“, sagt Hannes Mairiniger.
Clausthal-Zellerfelds Bürgermeisterin Britta Schweigel ist von der Idee angetan. Die Hildesheimer hätten bislang mit ihren Tourismus-Angeboten immer den den richtigen Riecher bewiesen. „Und ich glaube, das könnte bei dem Turm auch der Fall sein“, sagte Schweigel der HAZ.

