Fundamente des Badehauses

Archäologischer Fund: Ist nun der neue Marktplatz in Bad Salzdetfurth in Gefahr?

Bad Salzdetfurth - Bei Bauarbeiten in der Bad Salzdetfurther Altstadt sind die Fundamente des alten Badehauses entdeckt worden. Verzögert der archäologische Fund das Projekt Marktplatz?

Bei den Arbeiten für den neuen Marktplatz wurden die Fundamente des alten Badehauses entdeckt. Foto: Werner Kaiser

Bad Salzdetfurth - Kaum haben die Arbeiten am neuen Marktplatz in Bad Salzdetfurth begonnen, da müssen die Arbeiter auch schon eine Pause einlegen. Denn unter der obersten Schicht aus Pflastersteinen und Kies haben sie die Fundamente des ehemaligen Badehauses entdeckt.

Badehaus wurde 1850 errichtet

1850 war das Badehaus unmittelbar am Lammeufer in der Altstadt errichtet worden. Es war sozusagen der Beginn der heutigen Kurbetriebsgesellschaft und seiner Einrichtungen. Vier Wannen, ein Kessel und einige Fässer standen den Besuchern damals zur Verfügung. Die kamen, um die heilkräftige Sole, die aus den benachbarten Quellen sprudelte, für medizinische Anwendungen zu nutzen.

Vermutlich um 1925 herum wurde das Badehaus abgerissen. „Damals wurde der alte Kronprinz in der Nachbarschaft umgebaut, der ganze Platz umgestaltet“, erzählt Horst Bayer vom Bad Salzdetfurther Geschichtsverein. Zudem sei 1928 das neue Badehaus im heutigen Kurpark entstanden, erinnert er. Das alte Häuschen in der Kurstadt wurde dem Erdboden gleich gemacht, seine Fundamente blieben aber offenbar im Boden, sie wurden nur zugeschüttet.

In vielen Büchern verewigt

In Vergessenheit geriet das Badehaus aber nicht. In zahlreichen geschichtlichen Büchern über Bad Salzdetfurth finden sich Bilder von dem Gebäude. Künstler Ole Görgens hat es mit seinen Spraydosen gleich schräg gegenüber des alten Standortes im Durchgang zum Spielplatz verewigt.

In den kommenden Tagen können sich Interessierte nun die Fundamente des alten Gebäudes ansehen. Archäologe Alexander Karst legt sie zusammen mit einem Kollegen frei. Mit Schaufel und Handfeger sind die Männer dabei, die Mauerreste Stück für Stück in der Erde zu entdecken. Deutlich zu erkennen sind bereits die vermeintlichen Außenmauern, sowie in der Mitte ein gemauerter Kreis. Verwendet wurden verschiedene Baumaterialien. „Das spricht dafür, dass das Haus seinerzeit um- oder angebaut wurde“, sagt Karst. Er harrt seit Beginn der Arbeiten am Marktplatz an der Baustelle aus. „Das war eine Auflage, die das Land gemacht hat“, sagt der Archäologe, der für Archaeofirm aus Hannover arbeitet. Weil bekannt war, dass auf dem Areal einst das Badehaus stand, war mit einem solchen Fund dort zu rechnen. „Den werden wir jetzt genau fotografieren, vermessen und dokumentieren“, erklärt Karst. Alle Daten und Fakten werden im Landesamt für Denkmalpflege aufbewahrt.

Arbeiten geht in Kürze weiter

„Die Fundamente werden dann vermutlich beseitigt“, sagt Karst. Er geht davon aus, dass die Arbeiten für den Marktplatz in Kürze weitergehen können. „So ein Fund ist auch nicht besonders selten“, erklärt er. Dennoch: Fängt der Bagger wieder zu graben an, wird ein Vertreter von Archaeofirm weiter aufmerksam zusehen. Karst: „Vielleicht entdecken wir noch mehr“.

Der Geschichtsverein hatte sich im Vorfeld der Arbeiten bei der Denkmalpflege des Landkreises und bei der Stadtverwaltung dafür stark gemacht, dass bei den Grabungen ein sorgsames Auge auf die möglicherweise vorhandenen Fundamente geworfen würde. Und mehr noch: Der Verein könnte sich vorstellen, dass die Entdeckung in die neue Marktplatzgestaltung aufgenommen würde. Gleiches gelte für einen in dem Bereich vermuteten Solebrunnen. Der könnte entweder beleuchtet und mit einer begehbaren Glasplatte versehen werden oder gar zu einem Trinkbrunnen ausgebaut werden. Der Bad Salzdetfurther Niklas Möller hatte diese Idee in den Verein getragen.

Das sagt der Bürgermeister

„Über diese Ideen wurde ausreichend geredet. Sie konnten sich nicht durchsetzen“, erinnert Bürgermeister Björn Gryschka an die zahlreichen Diskussionen zu den Marktplatzplänen. An denen werde jetzt festgehalten, zumal die Entdeckung der Fundamente historisch auch nicht so bedeutend sei. Dass die Bauarbeiten archäologisch begleitet und die Erkenntnisse dokumentiert werden, findet er gut und richtig. Er geht aber auch davon aus, dass die Arbeiten am Lammeufer zügig weitergehen können.

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